Strafzumessung – und der drohende Bewährungswiderruf

Im Rahmen der Strafzumessung ist auch zu prüfen, ob der (hier: zuvor nicht inhaftierten) Angeklagten ein Widerruf der Bewährung der in einem früheren Urteil verhängten Freiheitsstrafe droht.

Strafzumessung – und der  drohende Bewährungswiderruf

Sollte dies der Fall sein, muss mit Rücksicht auf die Wirkungen der Strafe, die für das künftige Leben des Täters zu erwarten sind (§ 46 Abs. 1 Satz 2 StGB), auch insoweit das Gesamtstrafübel bei Festsetzung der neuen Strafe(n) im Auge behalten werden.

Es obliegt dem Tatgericht, bei der Straffestsetzung den Umstand zu berücksichtigen, dass wegen der neuerlichen Taten der Widerruf einer früher gewährten Strafaussetzung zur Bewährung zu erwarten ist und die Angeklagte deshalb eine weitere Strafe zu verbüßen haben wird1.

Bundesgerichtshof, Beschluss vom 7. Februar 2018 – 1 StR 582/17

  1. vgl. dazu BGH, Beschlüsse vom 09.11.1995 – 4 StR 650/95, BGHSt 41, 310 [314]; vom 29.10.2008 – 2 StR 386/08; und vom 27.01.2010 – 5 StR 432/09, NJW 2010, 2677 [2678]; Urteil vom 22.08.2012 – 2 StR 235/12[]