Unter­brin­gung in der Ent­zie­hungs­an­stalt – und der erfor­der­li­che Hang

für die Annah­me eines Han­ges (§ 64 Satz 1 StGB) genügt bereits eine erwor­be­ne inten­si­ve Nei­gung, immer wie­der Rausch­mit­tel im Über­maß zu sich zu neh­men, wobei noch kei­ne psy­chi­sche Abhän­gig­keit bestehen muss [1].

Unter­brin­gung in der Ent­zie­hungs­an­stalt – und der erfor­der­li­che Hang

Die Beein­träch­ti­gung der Gesund­heit oder der Arbeits- und Leis­tungs­fä­hig­keit durch den Rausch­mit­tel­kon­sum indi­ziert zwar einen Hang im Sin­ne des § 64 Satz 1 StGB, ihr Feh­len schließt die­sen indes nicht aus [2].

Im Fal­le der Unter­brin­gung des Ange­klag­ten in einer Ent­zie­hungs­an­stalt sind die Bestim­mun­gen des § 67 Abs. 2 Sät­ze 2 und 3 StGB zu beach­ten; dazu hat das neue Tat­ge­richt die vor­aus­sicht­li­che Dau­er der Behand­lung zu ermit­teln und gege­be­nen­falls den Umfang der voll­zo­ge­nen Unter­su­chungs­haft zu berück­sich­ti­gen [3].

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 4. April 2018 – 3 StR 129/​18

  1. sie­he nur BGH, Beschluss vom 06.02.2018 – 3 StR 629/​17 Rn. 12 mwN[]
  2. BGH aaO mwN[]
  3. vgl. dazu BGH, Beschluss vom 10.12 2008 – 5 StR 551/​08, NStZ-RR 2009, 233; Beschluss vom 12.12 2008 – 2 StR 518/​08 3; Beschluss vom 30.01.2008 – 2 StR 4/​08 2 f.[]