20 Zäh­ne – und der Ent­zug der zahn­ärzt­li­chen Appro­ba­ti­on

Die Zie­hung von zwan­zig Zäh­nen ohne wirk­sa­me Ein­wil­li­gung des Pati­en­ten ist ein Grund für den Wider­ruf der erteil­ten Appro­ba­ti­on als Zahn­arzt wegen Berufs­un­wür­dig­keit.

20 Zäh­ne – und der Ent­zug der zahn­ärzt­li­chen Appro­ba­ti­on

So hat das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt des Lan­des Sach­sen-Anhalt in dem hier vor­lie­gen­den Fall die Ent­schei­dung des Ver­wal­tungs­ge­richts Mag­de­burg [1] bestä­tigt, das gegen­über einem Zahn­arzt von dem Lan­des­ver­wal­tungs­amt Sach­sen-Anhalt der Wider­ruf der erteil­ten zahn­ärzt­li­chen Appro­ba­ti­on wegen der Zie­hung von zwan­zig Zäh­nen ohne wirk­sa­me Pati­en­ten­ein­wil­li­gung aus­ge­spro­chen wer­den durf­te.

Nach Auf­fas­sung des Ober­ver­wal­tungs­ge­richts des Lan­des Sach­sen-Anhalt sei für die Beur­tei­lung der Wider­rufs­vor­aus­set­zun­gen die Sach- und Rechts­la­ge bei Erlass des streit­ge­gen­ständ­li­chen Wider­rufs­be­schei­des maß­geb­lich. Seit Bege­hung des straf­recht­lich durch das Amts­ge­richt Sten­dal abge­ur­teil­ten Ver­fah­rens wegen vor­sätz­li­cher Kör­per­ver­let­zung im Jahr 2005 sei­en zwar bis zum Ent­zug der zahn­ärzt­li­chen Appro­ba­ti­on sechs Jah­re ver­gan­gen. Dies ste­he der von dem Klä­ger erstreb­ten schnel­len Wie­derer­tei­lung der Appro­ba­ti­on nach § 7a des Geset­zes über die Aus­übung der Zahn­heil­kun­de jedoch nicht ent­ge­gen. Die hier­für erfor­der­li­che Wie­der­erlan­gung der Berufs­wür­dig­keit set­ze über die bean­stan­dungs­freie Lebens­füh­rung hin­aus regel­mä­ßig einen – vor­lie­gend nicht fest­stell­ba­ren – län­ge­ren inne­ren Rei­fe­pro­zess zur Kom­pen­sa­ti­on der zu Tage getre­te­nen cha­rak­ter­li­chen Män­gel vor­aus.

Das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt wies zudem den Ein­wand des Zahn­arz­tes zurück, dass ein ein­ma­li­ger Ver­stoß gegen die per­sön­li­che ärzt­li­che Behand­lungs­pflicht im Hin­blick auf die Gefähr­dung sei­ner wirt­schaft­li­chen Exis­tenz unver­hält­nis­mä­ßig gewe­sen sei. Das Ver­wal­tungs­ge­richt habe die Berufs­un­wür­dig­keit des Klä­gers nicht nur auf die Betrach­tung ein­zel­ner Vor­komm­nis­se, son­dern zudem auf eine Gesamt­schau gestützt und die jewei­li­gen Vor­fäl­le auch hin­sicht­lich ihrer kumu­la­ti­ven Aus­wir­kun­gen gewür­digt.

Ober­ver­wal­tungs­ge­richt des Lan­des Sach­sen-Anhalt, Beschluss vom 15. Juli 2013 – 1 L 58/​13

  1. VG Mag­de­burg, Urteil vom 14.03.2013 – 3 A 339/​11 MD[]