Rosenkranz

Teu­fels­aus­trei­bung mit­tels Salzwasserbehandlung

Die 21. Gro­ße Straf­kam­mer – Schwur­ge­richt – des Land­ge­richts Ber­lin hat den Ehe­mann sowie die Schwie­ger­el­tern einer zum Tat­zeit­punkt 22-jäh­­ri­­gen Frau wegen Kör­per­ver­let­zung mit Todes­fol­ge ver­ur­teilt. Die Schwur­ge­richts­kam­mer ver­häng­te gegen den Ehe­mann eine Frei­heits­stra­fe von drei Jah­ren und acht Mona­ten und gegen die Schwie­ger­mut­ter eine Frei­heits­stra­fe von zwei Jah­ren und

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Turnschuhe

Wuch­ti­ge Trit­te eines mit einem han­dels­üb­li­chen Turnschuh

Wuch­ti­ge Trit­te eines mit einem han­dels­üb­li­chen Turn­schuh beklei­de­ten Fußes stel­len regel­mä­ßig eine gefähr­li­che Kör­per­ver­let­zung unter Ein­satz eines ande­ren gefähr­li­chen Werk­zeugs im Sin­ne des § 224 Abs.1 Nr.2, 2. Alt. StGB dar, wenn sie mit dem Spann gegen das Gesicht des nach unten geneig­ten Opfers geführt wer­den. Einer dar­über hin­aus gehenden

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Messer & Blut

Der miß­glück­te Haarschnitt

Es ist rechts­feh­ler­haft, straf­schär­fend zu berück­sich­ti­gen, dass zwi­schen dem Anlass der Tat – einem miß­glück­tem Haar­schnitt – und dem Zuste­chen mit einem Mes­ser ein ekla­tan­tes Miss­ver­hält­nis bestand, obwohl die – rechts­me­di­zi­ni­sche – Sach­ver­stän­di­ge ins­be­son­de­re die Unfä­hig­keit des Ange­klag­ten, sich aus dem Ärger über den Haar­schnitt zu lösen, als Aus­druck sei­nes alkoholbedingt

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Baseballschläger

Meh­re­re (ver­such­te) Körperverletzungen

Wird die­sel­be Per­son durch meh­re­re Hand­lun­gen des Täters ver­letzt, han­delt es sich nur um eine Tat im Rechts­sin­ne, wenn die ein­zel­nen Akte – wie hier – in engem räum­li­chen und zeit­li­chen Zusam­men­hang ste­hen, ohne dass wesent­li­che Zäsu­ren ein­tre­ten, und mit der Mehr­heit der Hand­lun­gen das tat­be­stand­li­che Unrecht inten­si­viert wird. Die Vollendung

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Hammer und Zange

Alter­na­tiv­vor­satz – und die Ver­let­zung höchst­per­sön­li­cher Rechtsgüter

Der Bun­des­ge­richts­hof hat­te sich aktu­ell mit der recht­li­chen Bewer­tung eines Alter­na­tiv­vor­sat­zes für den Fall befas­sen, dass sich die­ser Alter­na­tiv­vor­satz auf die Ver­let­zung höchst­per­sön­li­cher Rechts­gü­ter ver­schie­de­ner Rechts­guts­trä­ger bezieht: In dem hier vom Bun­des­ge­richts­hof ent­schie­de­nen Fall schlug der Ange­klag­te mit einem Ham­mer in Rich­tung der Neben­klä­ge­rin und ihres unmit­tel­bar hin­ter ihr stehenden

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Die Ver­let­zung durch einen nicht ange­lein­ten Hund

Wird ein Schä­fer­hund, der nicht aufs Wort hört, in einem Wohn­ge­biet nicht ange­leint spa­zie­ren geführt, liegt eine Sorg­falts­pflicht­ver­let­zung des Hun­de­hal­ters vor. Greift der Hund in der Fol­ge einen Spa­zier­gän­ger an und kommt es zu einer Ver­let­zung, kann der Hun­de­hal­ter sich wegen einer fahr­läs­si­gen Kör­per­ver­let­zung schul­dig gemacht haben. So hat das

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Kartoffeln

Das Wer­fen von Kar­tof­feln – als Körperverletzung

Weder das Bewer­fen eines Kin­des mit einer Kar­tof­fel, noch ein Zer­ren am Arm des Kin­des stellt einen erheb­li­chen Ein­griff in die Inte­gri­tät der kör­per­li­chen Befind­lich­keit dar, das die Fest­set­zung eines Annä­he­­rungs- und Kon­takt­auf­nah­me­ver­bots recht­fer­tigt. Mit die­ser Begrün­dung hat das Amts­ge­richt Frank­furt am Main in dem hier vor­lie­gen­den Gewalt­schutz­ver­fah­ren den Eilantrag

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Messer & Blut

Der mit dem Mes­ser um sich ste­chen­de Täter

Höchst­per­sön­li­che Rechts­gü­ter ver­schie­de­ner Per­so­nen, ins­be­son­de­re das Leben von Men­schen, sind einer addi­ti­ven Betrach­tungs­wei­se nur aus­nahms­wei­se zugäng­lich. Greift daher der Täter ein­zel­ne Men­schen nach­ein­an­der an, um jeden von ihnen in sei­ner Indi­vi­dua­li­tät zu ver­nich­ten, so besteht sowohl bei natür­li­cher als auch bei rechts­ethisch wer­ten­der Betrach­tungs­wei­se selbst bei ein­heit­li­chem Tatent­schluss und engem

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Ver­ur­tei­lung von Mit­glie­dern der FKD

Drei Mit­glie­der bzw. Unter­stüt­zer der sog. „Frei­en Kame­rad­schaft Dres­den“ (FKD) sind in den seit dem 15. Novem­ber 2018 geführ­ten Ver­fah­ren wegen Mit­glied­schaft in einer kri­mi­nel­len Ver­ei­ni­gung bzw. Unter­stüt­zung der­sel­ben, Land­frie­dens­bruchs und teil­wei­se auch wegen Her­bei­füh­rens einer Spreng­stoff­ex­plo­si­on sowie wegen Kör­per­ver­let­zungs­de­lik­ten ver­ur­teilt wor­den. So hat das Land­ge­richt Dres­den in den hier

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Verkehrsunfall

Gefähr­li­che Kör­per­ver­let­zung – mit einem Auto als Werkzeug

Eine Ver­ur­tei­lung gemäß § 224 Abs. 1 Nr. 2 StGB erfor­dert nach der stän­di­gen Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs, dass die Kör­per­ver­let­zung durch ein von außen unmit­tel­bar auf den Kör­per ein­wir­ken­des gefähr­li­ches Tat­mit­tel ein­ge­tre­ten ist. Wird ein Kraft­fahr­zeug als Werk­zeug ein­ge­setzt, muss die kör­per­li­che Miss­hand­lung also bereits durch den Anstoß selbst aus­ge­löst und die Verletzung

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Wider­stand gegen Voll­stre­ckungs­be­am­te – und die ver­such­te Körperverletzung

Wider­stand gegen Voll­stre­ckungs­be­am­te, tät­li­cher Angriff auf Voll­stre­ckungs­be­am­te und ver­such­te Kör­per­ver­let­zung kön­nen zuein­an­der im Ver­hält­nis der Tat­ein­heit ste­hen; Geset­zes­kon­kur­renz besteht nicht. Alle drei Delik­te ste­hen zuein­an­der im Ver­hält­nis der (ungleich­ar­ti­gen) Tat­ein­heit. Das aggres­si­ve Ver­hal­ten des Ange­klag­ten (hier: wäh­rend der Anwen­dung unmit­tel­ba­ren Zwangs zur Unter­bin­dung wei­te­rer Angrif­fe auf den R.) stellt sich

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Das vom Leh­rer aus­ge­spro­che­ne Ver­bot, den Klas­sen­raum zu verlassen

Es ist kei­ne Frei­heits­be­rau­bung, wenn durch einen Leh­rer ein Ver­bot, den Raum zu ver­las­sen, wie­der­holt und laut­stark aus­ge­spro­chen wird. Um zu ver­hin­dern, dass die Schü­ler den Raum vor­zei­tig ver­las­sen, kann die­se kurz­fris­ti­ge Beschrän­kung der Fort­be­we­gungs­frei­heit als päd­ago­gi­sche Maß­nah­me zuläs­sig sein. So hat das Schles­­wig-Hol­stei­­ni­­sche Ober­lan­des­ge­richt in dem hier vor­lie­gen­den Fall der

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Landgericht Hamburg

Die ver­such­te Kör­per­ver­let­zung mit Todesfolge

In der Recht­spre­chung ist aner­kannt, dass der Ver­such einer Kör­per­ver­let­zung mit Todes­fol­ge als „erfolgs­qua­li­fi­zier­ter Ver­such“ dann vor­lie­gen kann, wenn das Grund­de­likt ledig­lich ver­sucht und dadurch fahr­läs­sig die Todes­fol­ge ver­ur­sacht wird. Für das unmit­tel­ba­re Anset­zen zur Tat ist nicht erfor­der­lich, dass der Täter bereits ein Tat­be­stands­merk­mal ver­wirk­licht. Es genügt, dass er Handlungen

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Der hin­ter­lis­ti­ge Überfall

Bei einer Kör­per­ver­let­zung setzt ein hin­ter­lis­ti­ger Über­fall im Sin­ne von § 224 Abs. 1 Nr. 3 StGB vor­aus, dass sich die Absicht des Täters, dem Geschä­dig­ten die Ver­tei­di­gungs­mög­lich­keit zu erschwe­ren, äußer­lich mani­fes­tiert, der Täter also sei­ne Ver­let­zungs­ab­sicht plan­mä­ßig ver­birgt. Ein plötz­li­cher Angriff oder das blo­ße Aus­nut­zen eines Über­ra­schungs­mo­ments rei­chen für sich allein

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Gefähr­li­che Kör­per­ver­let­zung – und der nicht abge­spro­chen Ein­satz eines Elektroschockers

Muss­te ein Mit­tä­ter mit der Ver­wen­dung eines Werk­zeugs (hier: eines Elek­tro­schock­ge­räts) durch den ander­ne Mit­tä­ter weder auf­grund des gemein­sa­men Tat­plans noch nach den Umstän­den des Gesche­hens rech­nen, reicht die Ankün­di­gung des Mit­tä­ters, das Gerät gegen den Geschä­dig­ten ein­zu­set­zen, für eine mit­tä­ter­schaft­li­che Zurech­nung nach den Grund­sät­zen der suk­zes­si­ven Mit­tä­ter­schaft allei­ne nicht

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Meh­re­re nach­ein­an­der ange­grif­fe­ne Personen

In Fäl­len, in denen der Täter ein­zel­ne Men­schen nach­ein­an­der angreift, um jeden von ihnen in sei­ner Indi­vi­dua­li­tät zu beein­träch­ti­gen, besteht sowohl bei natür­li­cher als auch bei rechts­ethisch wer­ten­der Betrach­tungs­wei­se selbst bei ein­heit­li­chem Tatent­schluss und engem räum­li­chen und zeit­li­chen Zusam­men­hang regel­mä­ßig kein Anlass, die­se Vor­gän­ge als eine Tat zusam­men­zu­fas­sen. Etwas anderes

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Der Schuss mit der Sof­tair­pis­to­le – und der beding­te Körperverletzungsvorsatz

Der Schuss mit der Sof­tair­pis­to­le indu­ziert für sich genom­men noch nicht das Vor­lie­gen eines beding­ten Kör­per­ver­let­zungs­vor­sat­zes. Zwar kann sich – letzt­lich nicht anders als im Fall des beding­ten Tötungs­vor­sat­zes – die Annah­me eines beding­ten Kör­per­ver­let­zungs­vor­sat­zes auch dar­aus erge­ben, dass der Täter (oder ein Mit­tä­ter) eine Hand­lung vor­nimmt, die eine so

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Ein­wil­li­gung in die Kör­per­ver­let­zung – und die guten Sitten

Eine Kör­per­ver­le­te­zung kann trotz Ein­wil­li­gung als rechts­wid­rig anzu­se­hen sein, wenn die Tat gegen die guten Sit­ten ver­sto­ße (§ 228 StGB). Für die Beur­tei­lung der Sit­ten­wid­rig­keit kommt es nicht allein, aber vor allem auf die exan­te zu bestim­men­de Art und Schwe­re des Rechts­guts­an­griffs an. Für die Sit­ten­wid­rig­keit der Tat ist ent­schei­dend, ob

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Gefähr­li­che Kör­per­ver­let­zung – mit einer defek­ten Softairpistole

Der Qua­li­fi­ka­ti­ons­tat­be­stand des § 224 Abs. 1 Nr. 2 StGB ist nur erfüllt, wenn das ver­wen­de­te ‚Werk­zeug’ nach der kon­kre­ten Art der Ver­wen­dung geeig­net ist, erheb­li­che Ver­let­zun­gen her­vor­zu­ru­fen. Im vor­lie­gen­den Fall ver­nein­te der Bun­des­ge­richts­hof daher im hier ent­schie­de­nen Fall das Vor­lie­gen einer gefähr­li­chen Kör­per­ver­let­zung: Dass von der defek­ten Sof­tair­pis­to­le vor­lie­gend in einer

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Tät­li­che Not­wehr gegen Beleidigungen

Die Ehre darf als straf­recht­lich geschütz­tes Rechts­gut (§§ 185 ff. StGB) grund­sätz­lich auch mit den Mit­teln der Not­wehr ver­tei­digt wer­den. Dies gilt jeden­falls, soweit es sich nicht um nur gering­fü­gi­ge Behel­li­gun­gen im sozia­len Nah­be­reich, sozi­al tole­ra­bles Ver­hal­ten oder eine sons­ti­ge Baga­tel­le han­delt. Zwar liegt es auf der Hand, dass eine

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Mord­merk­mal: Ver­de­ckungab­sicht – und die vor­an­ge­gan­ge­ne Körperverletzung

Das Mord­merk­mal der Ver­de­ckungs­ab­sicht gemäß § 211 Abs. 2 StGB setzt vor­aus, dass der Täter die Tötungs­hand­lung vor­nimmt oder – im Fal­le des Unter­las­sens – die ihm zur Abwen­dung des Todes­ein­tritts gebo­te­ne Hand­lung unter­lässt, um dadurch eine „ande­re“ Straf­tat zu ver­de­cken. Dabei steht der Annah­me eines sol­chen Ver­de­ckungs­mor­des nicht bereits entgegen,

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Schlä­ge ins Gesicht – und das Cut­ter-Mes­ser als gefähr­li­ches Werkzeug

Ein gefähr­li­ches Werk­zeug im Sin­ne des § 224 Abs. 1 Nr. 2 StGB ist jeder beweg­li­che Gegen­stand, der nach sei­ner objek­ti­ven Beschaf­fen­heit und der Art sei­ner Benut­zung im kon­kre­ten Ein­zel­fall geeig­net ist, erheb­li­che Kör­per­ver­let­zun­gen her­bei­zu­füh­ren. Im vor­lie­gen­den Fall lie­sen die Urteils­grün­de eine sol­che Eig­nung des vom Ange­klag­ten in der Hand gehal­te­nen Cutter-Messers

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Kör­per­ver­let­zungs­vor­satz vs. beding­ter Tötungsvorsatz

Beding­ten Tötungs­vor­satz hat, wer den Ein­tritt des Todes als mög­li­che, nicht ganz fern­lie­gen­de Fol­ge sei­nes Han­delns erkennt (Wis­sens­ele­ment) und bil­li­gend in Kauf nimmt oder sich um des erstreb­ten Zie­les wil­len zumin­dest mit der Tat­be­stands­ver­wirk­li­chung abfin­det (Wil­lens­ele­ment). Bei­de Ele­men­te müs­sen durch tat­säch­li­che Fest­stel­lun­gen belegt wer­den. Auf der Ebe­ne der Beweis­wür­di­gung bedarf

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Kör­per­ver­let­zung durch den Zuhälter

Dient die Kör­per­ver­let­zung dazu, die Umstän­de der Pro­sti­tu­ti­ons­aus­übung durch die Geschä­dig­te zu bestim­men (hier: der Schlag ins Gesicht wegen eines abge­lehn­ten Frei­ers), so ist sie Teil der Tat­hand­lung der zum Nach­teil der Geschä­dig­ten began­ge­nen diri­gis­ti­schen Zuhäl­te­rei nach § 181a Abs. 1 Nr. 2 2. Alter­na­ti­ve StGB. Zwi­schen der Kör­per­ver­let­zung und der Zuhäl­te­rei besteht

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Kör­per­ver­let­zung – und der fehl­ge­schla­ge­ne Versuch

Fehl­ge­schla­gen ist ein Ver­such, wenn die Tat nach Miss­lin­gen des zunächst vor­ge­stell­ten Tat­ab­laufs mit den bereits ein­ge­setz­ten oder ande­ren nahe lie­gen­den Mit­teln objek­tiv nicht mehr voll­endet wer­den kann und der Täter dies erkennt oder wenn er sub­jek­tiv die Voll­endung nicht mehr für mög­lich hält. Dabei kommt es auf die Sicht des

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Die gemein­schaft­lich began­ge­ne Körperverletzung

Eine gemein­schaft­li­che Bege­hungs­wei­se im Sin­ne des § 224 Abs. 1 Nr. 4 StGB ist nur gege­ben, wenn Täter und Betei­lig­ter bei Bege­hung der Kör­per­ver­let­zung ein­ver­ständ­lich zusam­men­wir­ken. Wobei es hier­für bereits genügt, wenn ein am Tat­ort anwe­sen­der Tat­ge­nos­se die Wir­kung der Kör­per­ver­let­zungs­hand­lung des Täters bewusst in einer Wei­se ver­stärkt, wel­che die Lage des

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