Brust­krebs als Berufs­er­kran­kung

Brust­krebs kann bei Berufs­schul­leh­re­rin­nen nicht als Berufs­er­kran­kung aner­kannt wer­den. Mit die­ser Begrün­dung hat jetzt das Ver­wal­tungs­ge­richt Düs­sel­dorf zwei Kla­gen abge­wie­sen, die eine 25 Jah­re am Berufs­bil­dungs­zen­trum Gre­ven­broich beschäf­tig­te 52-jäh­ri­gen Berufs­schul­leh­re­rin und ihr 17-jäh­ri­gen Sohn sowie der Wit­wer einer über 30 Jah­re am sel­ben Berufs­bil­dungs­zen­trum beschäf­tig­ten wei­te­ren Berufs­schul­leh­re­rin erho­ben hat­ten, die eben­falls an Brust­krebs erkrankt und an auf­tre­ten­den Meta­sta­sen im Jahr 2009 im Alter von 55 Jah­ren ver­stor­ben ist.

Brust­krebs als Berufs­er­kran­kung

Bau­schad­stof­fe, wie eine etwai­ge Belas­tung aus dem PVC-Fuß­bo­den, kämen als Ursa­chen einer Berufs­krank­heit im Sin­ne von § 31 Abs. 3 Beam­ten­ver­sor­gungs­ge­setz nicht in Betracht, urteil­te das Ver­wal­tungs­ge­richt Düs­sel­dorf, weil Beam­te sol­chen Gefah­ren nicht "nach der Art ihrer dienst­li­chen Ver­rich­tung beson­ders aus­ge­setzt" sei­en. Die Beschaf­fen­heit der Dienst­räu­me sowie des Dienst­ge­bäu­des sei inso­weit unbe­acht­lich. In Bezug auf den von der Klä­ger­sei­te ange­führ­ten Schad­stoff Ben­zol, der aus den aus Weich-PVC bestehen­den Lebens­mit­telatt­rap­pen aus­ge­gast sei, die von bei­den Berufs­schul­leh­re­rin­nen bei der Aus­bil­dung von Bäcke­rei­fach­ver­käu­fe­rin­nen ver­wen­det wor­den sei­en, rei­che die Erkennt­nis­la­ge auf der Grund­la­ge des vom Gericht ein­ge­hol­ten Sach­ver­stän­di­gen­gut­ach­tens eines Krebs-Spe­zia­lis­ten nicht aus, um einen hin­rei­chen­den Ursa­chen­zu­sam­men­hang zwi­schen der Ein­wir­kung von Ben­zol und der Erkran­kung an Brust­krebs fest­zu­stel­len.

Die Kla­ge des 17-jäh­ri­gen Soh­nes wegen einer gel­tend gemach­ten Vor­schä­di­gung wäh­rend der Schwan­ger­schaft wies das Gericht schon im Hin­blick dar­auf ab, dass der Antrag auf Aner­ken­nung als Berufs­un­fall nicht inner­halb der Geset­zes­frist von 10 Jah­ren ab der Geburt gestellt wor­den sei.

Ver­wal­tungs­ge­richt Düs­sel­dorf, Urtei­le vom 17. Janu­ar 2011 – 23 K 7945/​08 und 23 K 2989/​09