Die Beför­de­rung zum Schul­lei­ter

Das Beför­de­rungs­ver­bot des § 19 Abs. 2 Nr. 3 Hess. Beam­ten­ge­setz steht einem gel­tend gemach­ten Anspruch auf Beför­de­rung dann ent­ge­gen, wenn die Beför­de­rung inner­halb von zwei Jah­ren vor Errei­chen der Alters­gren­ze erfol­gen soll. Auch der Umstand, dass in der ab dem 1. März 2014 gel­ten­den Fas­sung des Hess. Beam­ten­ge­set­zes das Ver­bot der Alters­be­för­de­rung nicht mehr ent­hal­ten ist, lässt kei­ne ande­re Ent­schei­dung zu, weil allein auf der Grund­la­ge der aktu­ell gül­ti­gen Rechts­vor­schrif­ten ent­schie­den wer­den muss.

Die Beför­de­rung zum Schul­lei­ter

Mit die­ser Begrün­dung hat das Ver­wal­tungs­ge­richt Darm­stadt in dem hier vor­lie­gen­den Fall die Kla­ge eines Stu­di­en­di­rek­tors auf Beför­de­rung abge­wie­sen. Die Stel­len­aus­schrei­bung zum Schul­lei­ter der Hein­rich-Böll-Schu­le in Fürth/​Odenwald war zunächst im Jahr 2009 erfolgt, im Jahr dar­auf wur­de jedoch die Stel­le mit neu­em Anfor­de­rungs­pro­fil erneut aus­ge­schrie­ben. Die­se Ver­fah­rens­wei­se des Hes­si­schen Kul­tus­mi­nis­te­ri­ums wur­de nach vor­aus­ge­gan­ge­nen Gerichts­ent­schei­dun­gen des Ver­wal­tungs­ge­richts Darm­stadt und des Hes­si­schen Ver­wal­tungs­ge­richts­hofs durch das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt für rechts­wid­rig erklärt.

Nach­dem bis Febru­ar 2013 sei­tens des Hes­si­schen Kul­tus­mi­nis­te­ri­ums kei­ne Ent­schei­dung über die Fort­füh­rung oder den förm­li­chen Abbruch des ers­ten Aus­wahl­ver­fah­rens aus dem Jahr 2009 getrof­fen wor­den war, erhob der Klä­ger im Mai 2013 Kla­ge vor dem Ver­wal­tungs­ge­richt Darm­stadt, mit der er die Ver­pflich­tung des beklag­ten Lan­des Hes­sen begehrt, ihm die aus­ge­schrie­be­ne Schul­lei­ter­stel­le zu über­tra­gen.

Nach Auf­fas­sung des Ver­wal­tungs­ge­richts Darm­stadt ste­he dem gel­tend gemach­ten Anspruch des im Jahr 1950 gebo­re­nen Klä­gers – unab­hän­gig von der Recht­mä­ßig­keit des vor­aus­ge­gan­ge­nen Aus­wahl­ver­fah­rens – seit dem 1. August 2013 das Beför­de­rungs­ver­bot des § 19 Abs. 2 Nr. 3 Hess. Beam­ten­ge­setz ent­ge­gen, wonach eine Beför­de­rung inner­halb von zwei Jah­ren vor Errei­chen der Alters­gren­ze unzu­läs­sig sei.

Die­ser zwin­gen­de Aus­schluss­tat­be­stand sei im Fal­le des Klä­gers seit dem 1. August 2013 erfüllt, weil maß­geb­li­cher Zeit­punkt für die Beur­tei­lung der Rechts­la­ge der Zeit­punkt der münd­li­chen Ver­hand­lung sei. Die im Hes­si­schen Beam­ten­ge­setz nor­mier­te Mög­lich­keit, in Ein­zel­fäl­len den Ein­tritt in den Ruhe­stand über die Alters­gren­ze hin­aus um eine bestimm­te Frist hin­aus zu schie­ben, wenn dies im dienst­li­chen Inter­es­se lie­ge, ände­re am Vor­lie­gen der Tat­be­stands­vor­aus­set­zun­gen nichts, zumal vor­lie­gend unge­wiss sei, ob dem Klä­ger die­se Mög­lich­keit von Sei­ten des Dienst­herrn gewährt wür­de.

Eben­so wenig kön­ne sich der Klä­ger auf den Umstand beru­fen, dass in der ab 1. März 2014 gel­ten­den Fas­sung des Hess. Beam­ten­ge­set­zes das Ver­bot der Alters­be­för­de­rung nicht mehr ent­hal­ten sei, weil die vor­lie­gen­de Ent­schei­dung allein auf der Grund­la­ge der aktu­ell gül­ti­gen Rechts­vor­schrif­ten getrof­fen wer­den müs­se.

Schließ­lich ver­sto­ße § 19 Abs. 2 Nr. 3 Hess. Beam­ten­ge­setz auch nicht gegen das gemein­schafts­recht­li­che Ver­bot der Alters­dis­kri­mi­nie­rung. Inso­weit beruft sich das Ver­wal­tungs­ge­richt auf die dies­be­züg­li­che stän­di­ge Recht­spre­chung des Hes­si­schen Ver­wal­tungs­ge­richts­hofs. Die Fra­ge, ob das Hes­si­sche Kul­tus­mi­nis­te­ri­um sei­ne Für­sor­ge­pflicht gegen­über dem Klä­ger im Rah­men des vor­aus­ge­gan­ge­nen Aus­wahl­ver­fah­rens in dem erfor­der­li­chen Maß beach­tet habe, sei auf­grund der ein­deu­ti­gen Rege­lung des § 19 Abs. 2 Nr. 3 Hess. Beam­ten­ge­setz vor­lie­gend nicht ent­schei­dungs­re­le­vant.

Ver­wal­tungs­ge­richt Darm­stadt, Urteil vom 10. Okto­ber 2013 – 1 K 655/​13.DA