Besich­ti­gen und foto­gra­fie­ren durch die Denk­mal­schutz­be­hör­de

Die Eigen­tü­mer eines Bau­denk­mals sind ver­pflich­tet, außen und innen die Besich­ti­gung und die Anfer­ti­gung von Foto­gra­fi­en die­ses Bau­denk­mals zu dul­den.

Besich­ti­gen und foto­gra­fie­ren durch die Denk­mal­schutz­be­hör­de

Mit die­ser Ent­schei­dung hat der Baye­ri­sche Ver­wal­tungs­ge­richts­hof in dem hier vor­lie­gen­den Ver­fah­ren des vor­läu­fi­gen Rechts­schut­zes die Ent­schei­dung des Ver­wal­tungs­ge­richts Mün­chen bestä­tigt, wonach die Eigen­tü­mer der nach den Fest­stel­lun­gen des Lan­des­amts für Denk­mal­pfle­ge kul­tur­ge­schicht­lich bedeut­sa­men Max-Vil­la am Starn­ber­ger See vom Land­rats­amt zu Recht ver­pflich­tet wur­den, die Besich­ti­gung und die Anfer­ti­gung von Foto­gra­fi­en auch in den Innen­räu­men die­ses Bau­denk­mals zu dul­den.

Als Grund hat der Baye­ri­sche Ver­wal­tungs­ge­richts­hof ange­führt, dass nach dem baye­ri­schen Denk­mal­schutz­recht nicht nur Grund­stü­cke, son­dern auch dar­auf befind­li­che Bau­denk­mä­ler ein­schließ­lich vor­han­de­ner Woh­nun­gen betre­ten wer­den dür­fen, soweit dies zur Erhal­tung eines Bau­denk­mals drin­gend erfor­der­lich erscheint. Das sei ange­sichts des deso­la­ten Ein­drucks der seit Jah­ren unbe­wohn­ten Max-Vil­la der Fall. Ob der Eigen­tü­mer eines Bau­denk­mals sei­nen denk­mal­schutz­recht­li­chen Pflich­ten in aus­rei­chen­dem Umfang nach­kom­me, las­se sich in der Regel nur durch Besich­ti­gung des Gebäu­des von außen wie von innen fest­stel­len. Das Betre­tungs­recht die­ne dazu, die Ein­hal­tung der dem Eigen­tü­mer eines Bau­denk­mals durch Gesetz auf­er­leg­ten Ver­pflich­tun­gen zu über­wa­chen und bei Ver­stö­ßen den Erlass behörd­li­cher Anord­nun­gen vor­zu­be­rei­ten. Die Denk­mal­schutz­be­hör­den sei­en des­halb im Rah­men eines Augen­scheins berech­tigt und ver­pflich­tet, das Ergeb­nis der Besich­ti­gung mit­tels schrift­li­cher Auf­zeich­nun­gen, zeich­ne­ri­schen Dar­stel­lun­gen und auch durch das Fer­ti­gen von Foto­gra­fi­en zu doku­men­tie­ren.

Baye­ri­scher Ver­wal­tungs­ge­richts­hof, Beschluss vom 10. Janu­ar 2013 – 1 CS 12.2638