Die vom Gesetz­ge­ber geän­der­te Rechts­ver­ord­nung

Der Gesetz­ge­ber darf Ände­rungs­vor­ha­ben, die sich sowohl auf gesetz­li­che Rege­lun­gen als auch auf Ver­ord­nun­gen bezie­hen, ein­heit­lich durch Gesetz ver­wirk­li­chen. Wenn eine bestehen­de Ver­ord­nung durch Gesetz geän­dert oder um neue Rege­lun­gen ergänzt wird, ist das dadurch ent­stan­de­ne Norm­ge­bil­de aus Grün­den der Nor­men­klar­heit ins­ge­samt als Ver­ord­nung zu qua­li­fi­zie­ren [1].

Die vom Gesetz­ge­ber geän­der­te Rechts­ver­ord­nung

Hier­zu bedarf es kei­ner aus­drück­li­chen Rege­lung im jewei­li­gen Gesetz. Die in eini­gen Geset­zen ent­hal­te­ne so genann­te Ent­stei­ne­rungs­klau­sel hat nur klar­stel­len­de Bedeu­tung [2].

Eine der­ar­ti­ge Rege­lung ist daher, obwohl sie vom Gesetz­ge­ber erlas­sen wur­de, als Rechts­ver­ord­nung zu beur­tei­len und des­halb durch die Fach­ge­rich­te unein­ge­schränkt auf ihre Ver­ein­bar­keit mit höher­ran­gi­gem Recht zu über­prü­fen.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 6. Okto­ber 2015 – EnVR 32/​13

  1. BVerfGE 114, 196, 238[]
  2. BVerfGE 114, 196, 240[]