Gebüh­ren­sat­zung für Gast­stu­den­ten

Eine Baye­ri­sche Uni­ver­si­tät ist nicht zum Erlass einer Gebüh­ren­sat­zung für Gast­stu­die­ren­de befugt. Es fehlt an einer gesetz­li­chen Ermäch­ti­gungs­grund­la­ge dafür, so dass eine sol­che Sat­zung unwirk­sam ist.

Gebüh­ren­sat­zung für Gast­stu­den­ten

So hat der Baye­ri­sche Ver­wal­tungs­ge­richts­hof in dem hier vor­lie­gen­den Fall eines Nor­men­kon­troll­an­trags eines Seni­or­stu­den­ten ent­schie­den. Der Antrag des Stu­den­ten rich­te­te sich gegen die Sat­zung über die Erhe­bung von Gebüh­ren für das Stu­di­um von Gast­stu­die­ren­den an der Lud­wig-Maxi­mi­li­ans-Uni­ver­si­tät Mün­chen vom 4. Juli 2011.

In sei­ner Urteils­be­grün­dung führt der Baye­ri­sche Ver­wal­tungs­ge­richts­hof aus, die Sat­zung sei unwirk­sam, weil es an einer gesetz­li­chen Ermäch­ti­gungs­grund­la­ge dafür feh­le. Die Lud­wig-Maxi­mi­li­ans-Uni­ver­si­tät Mün­chen sei zum Erlass der Gebüh­ren­sat­zung nicht befugt. Das Baye­ri­sche Hoch­schul­ge­setz bestim­me, dass die Hoch­schu­le inso­weit eine staat­li­che Ange­le­gen­heit wahr­neh­me und als staat­li­che Ein­rich­tung tätig sei, wenn sie Gebüh­ren für Gast­stu­die­ren­de erhe­be. In sol­chen staat­li­chen Ange­le­gen­hei­ten dür­fe sie eine Sat­zung nur erlas­sen, wenn sie hier­zu durch Gesetz aus­drück­lich ermäch­tigt sei. Dar­an feh­le es. Auch aus der Hoch­schul­ge­büh­ren­ver­ord­nung kön­ne die Lud­wig-Maxi­mi­li­ans-Uni­ver­si­tät Mün­chen kei­ne Ermäch­ti­gung zum Erlass der Sat­zung her­lei­ten. Schon nach dem Wort­laut die­ser Rechts­ver­ord­nung sei die Hoch­schu­le nicht befugt, die „Fest­set­zung“ der Gebüh­ren­hö­he durch den Erlass einer Sat­zung (als Rechts­vor­schrift) vor­zu­neh­men.

Ob die der­zeit gel­ten­de Fas­sung der Hoch­schul­ge­büh­ren­ver­ord­nung, die ledig­lich den Gebüh­ren­rah­men vor­gibt und den Hoch­schu­len die „Fest­set­zung“ der Gebüh­ren­hö­he über­trägt, mit dem Baye­ri­schen Hoch­schul­ge­setz ver­ein­bar und die von der Lud­wig-Maxi­mi­li­ans-Uni­ver­si­tät Mün­chen erho­be­ne Gebühr in ihrer Höhe recht­lich zu bean­stan­den ist, hat­te das Gericht nicht zu ent­schei­den. Der Vor­sit­zen­de des 7. Senats wies in die­sem Zusam­men­hang auf den Ent­schei­dungs- und Gestal­tungs­spiel­raum des Gesetz­ge­bers hin, der die gericht­li­che Kon­troll­dich­te ein­schrän­ke. Dem Senat drän­ge sich gegen­wär­tig die Annah­me nicht auf, die Höhe der von der Lud­wig-Maxi­mi­li­ans-Uni­ver­si­tät Mün­chen pro Semes­ter erho­be­nen ein­heit­li­chen Gebühr von 300 Euro für Gast­stu­die­ren­de ste­he in einem „gro­ben Miss­ver­hält­nis“ zum Auf­wand der Lud­wig-Maxi­mi­li­ans-Uni­ver­si­tät Mün­chen und der Bedeu­tung ihrer Leis­tung für die Gast­stu­die­ren­den.

Baye­ri­scher Ver­wal­tungs­ge­richts­hof, Urteil vom 13. Juli 2012 – 7 N 11.2996