Klar­na­men­pflicht auf Face­book?

Das sozia­le Netz­werk Face­book darf vor­erst auch wei­ter­hin die Kon­ten von Nut­zern, die nicht ihre Echt­da­ten („Klar­na­men“) ange­ben, sper­ren. Das Schles­wig-Hol­stei­ni­sche Ober­ver­wal­tungs­ge­richt hat jetzt in zwei Beschlüs­sen die Beschwer­den des Unab­hän­gi­gen Lan­des­zen­trums für Daten­schutz (ULD) gegen die Mit­te Febru­ar zuguns­ten von Face­book USA und Face­book Irland ergan­ge­nen Beschlüs­se des Schles­wig-Hol­stei­ni­schen Ver­wal­tungs­ge­richts zurück­ge­wie­sen. Damit bleibt es bei der auf­schie­ben­den Wir­kung der Kla­gen von Face­book gegen die ent­spre­chen­den Anord­nun­gen des ULD vom Dezem­ber 2012.

Klar­na­men­pflicht auf Face­book?

Face­book ver­langt von sei­nen Nut­zern bei der Regis­trie­rung die Anga­be ihrer wah­ren Daten und sperrt die Kon­ten von Nut­zern, die nicht ihren kor­rek­ten Namen ange­ge­ben haben. Das ULD hat­te unter Ver­weis auf das deut­sche Daten­schutz- und Tele­me­di­en­recht Face­book USA und Face­book Irland auf­ge­ge­ben, Nut­zern die Anga­be eines Pseud­onyms zu ermög­li­chen und Kon­ten in die­sen Fäl­len zu ent­sper­ren. Das Ver­wal­tungs­ge­richt hat­te den Eil­an­trä­gen von Face­book hier­ge­gen statt­ge­ge­ben, weil deut­sches Recht nach der Euro­päi­schen Daten­schutz­richt­li­nie und dem Bun­des­da­ten­schutz­ge­setz auf die Ver­ar­bei­tung der Face­book-Nut­zer­da­ten nicht anwend­bar sei, son­dern aus­schließ­lich iri­sches Daten­schutz­recht. Die Daten­ver­ar­bei­tung fin­de näm­lich bei der iri­schen Nie­der­las­sung von Face­book statt.

Das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt ent­schied nun, dass für das Eil­ver­fah­ren von einer Tätig­keit der iri­schen Nie­der­las­sung im Bereich der Nut­zer­da­ten­ver­ar­bei­tung aus­zu­ge­hen sei. Allein die­se Tätig­keit sei nach der EU-Daten­schutz­richt­li­nie und dem Bun­des­da­ten­schutz­ge­setz aus­rei­chend für die aus­schließ­li­che Anwen­dung iri­schen Daten­schutz­rechts. Ob mög­li­cher­wei­se Face­book USA als sog. ver­ant­wort­li­che Stel­le die maß­geb­li­chen Ent­schei­dun­gen über die Daten­ver­ar­bei­tung tref­fe, sei für die Fra­ge des anwend­ba­ren Rechts nicht erheb­lich. Deut­sches Daten­schutz­recht sei auch nicht wegen der Exis­tenz der aus­schließ­lich im Bereich Anzei­gen­ak­qui­se und Mar­ke­ting täti­gen Ham­bur­ger Face­book Ger­ma­ny GmbH anwend­bar. Dass die Mög­lich­keit pseud­ony­mer Nut­zung auch nach iri­schem Daten­schutz­recht gewähr­leis­tet sein müs­se, habe das ULD im Beschwer­de­ver­fah­ren nicht dar­ge­legt.

Schles­wig-Hol­stei­ni­sches Ober­ver­wal­tungs­ge­richt, Beschlüs­se vom 22. April 2013 – 4 MB 10/​13 und 11/​13