Nie­der­las­sungs­er­laub­nis und die Auf­ent­halts­zeit des Asyl­ver­fah­rens

Auf den für die Ertei­lung einer Nie­der­las­sungs­er­laub­nis nach § 26 Abs. 4 Auf­en­thG erfor­der­li­chen Besitz einer Auf­ent­halts­er­laub­nis seit sie­ben Jah­ren ist die Auf­ent­halts­zeit des Asyl­ver­fah­rens, das der Ertei­lung der Auf­ent­halts­er­laub­nis vor­an­ge­gan­gen ist, nach § 26 Abs. 4 Satz 3 Auf­en­thG auch dann anzu­rech­nen, wenn zwi­schen dem Abschluss des Asyl­ver­fah­rens und der ers­ten Ertei­lung der Auf­ent­halts­er­laub­nis der Auf­ent­halt des Aus­län­ders über einen län­ge­ren Zeit­raum nur gedul­det war.

Nie­der­las­sungs­er­laub­nis und die Auf­ent­halts­zeit des Asyl­ver­fah­rens

Die Aus­län­der­be­hör­de kann im Rah­men des ihr bei der Ertei­lung einer Nie­der­las­sungs­er­laub­nis nach § 26 Abs. 4 Auf­en­thG eröff­ne­ten Ermes­sens mit Blick auf die Gesamt­um­stän­de des Fal­les eine gewis­se Min­dest­zeit des Besit­zes eines Auf­ent­halts­ti­tels ver­lan­gen und die Grün­de für eine Unter­bre­chung der Recht­mä­ßig­keit des Auf­ent­halts nach Abschluss des Asyl­ver­fah­rens berück­sich­ti­gen.

Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt, Urteil vom 13. Sep­tem­ber 2011 – 1 C 17.10