Pro­zess­kos­ten­hil­fe für die Ver­fas­sungs­be­schwer­de

Nach der Recht­spre­chung des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts ist im Ver­fah­ren über eine Ver­fas­sungs­be­schwer­de die Bewil­li­gung von Pro­zess­kos­ten­hil­fe an den Antrag­stel­ler ent­spre­chend §§ 114 ff. ZPO mög­lich 1.

Pro­zess­kos­ten­hil­fe für die Ver­fas­sungs­be­schwer­de

Aller­dings wird Pro­zess­kos­ten­hil­fe nur unter stren­gen Vor­aus­set­zun­gen gewährt, weil das Ver­fah­ren kos­ten­frei ist und kein Anwalts­zwang besteht. Sie wird daher nur gewährt, wenn dies unbe­dingt erfor­der­lich erscheint, weil die betrof­fe­ne Per­son nicht in der Lage ist, sich selbst zu ver­tre­ten 2.

Dem­entspre­chend ver­sag­te das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt hier für eine ‑im Ergeb­nis erfolg­rei­che- Ver­fas­sungs­be­schwer­de die bean­trag­te Pro­zess­kos­ten­hil­fe: So war nach Ansicht des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts weder hin­rei­chend dar­ge­tan noch sonst ersicht­lich, dass der Beschwer­de­füh­rer dar­an gehin­dert ist, sei­ne Rech­te selbst und ohne anwalt­li­che Hil­fe ange­mes­sen wahr­zu­neh­men. In der Ver­fas­sungs­be­schwer­de wird ledig­lich aus­ge­führt, dass die Bei­ord­nung eines Rechts­an­walts wegen Unkennt­nis des Ver­fas­sungs­rechts und der Kom­ple­xi­tät der Rechts­ma­te­rie not­wen­dig sei. Die unbe­ding­te Erfor­der­lich­keit ist dem­nach nicht ansatz­wei­se dar­ge­stellt.

Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt, Beschluss vom 28. Okto­ber 2019 – 2 BvR 1813/​18

  1. vgl. BVerfGE 1, 109, 110 ff.; 1, 415, 416; 79, 252, 253; 92, 122, 123; BVerfG, Beschluss vom 09.07.2010 – 2 BvR 2258/​09, Rn. 6; Beschluss vom 08.03.2017 – 1 BvR 2680/​16, Rn. 3; Beschluss vom 09.06.2017 – 2 BvR 336/​16, Rn. 2[]
  2. vgl. BVerfGE 27, 57, 57; 78, 7, 19 f.; 92, 122, 123; BVerfG, Beschluss vom 09.07.2010 – 2 BvR 2258/​09, Rn. 6; Beschluss vom 11.08.2016 – 2 BvR 1754/​14, Rn. 2; Beschluss vom 02.12 2016 – 1 BvR 2014/​16, Rn. 2; Beschluss vom 08.03.2017 – 1 BvR 2680/​16, Rn. 3; Beschluss vom 09.06.2017 – 2 BvR 336/​16, Rn. 2; Beschluss vom 11.10.2017 – 2 BvR 932/​17, Rn. 2[]