Pro­zess­kos­ten­hil­fe – und ihre iso­lier­te Bewil­li­gung für eine noch zu erhe­ben­de Ver­fas­sungs­be­schwer­de

Die Bewil­li­gung von Pro­zess­kos­ten­hil­fe ist im Ver­fah­ren über eine Ver­fas­sungs­be­schwer­de ent­spre­chend §§ 114 ff. ZPO zuläs­sig und auch die iso­lier­te Bewil­li­gung von Pro­zess­kos­ten­hil­fe für eine noch zu erhe­ben­de Ver­fas­sungs­be­schwer­de nicht aus­ge­schlos­sen.

Pro­zess­kos­ten­hil­fe – und ihre iso­lier­te Bewil­li­gung für eine noch zu erhe­ben­de Ver­fas­sungs­be­schwer­de

Pro­zess­kos­ten­hil­fe ist aller­dings nur zu bewil­li­gen, wenn dies unbe­dingt erfor­der­lich erscheint [1].

Das ist der Fall, wenn

  • Betrof­fe­ne gehin­dert sind, ihre Rech­te selbst und ohne anwalt­li­che Hil­fe ange­mes­sen wahr­zu­neh­men,
  • sie die Kos­ten der Pro­zess­füh­rung nach den per­sön­li­chen und wirt­schaft­li­chen Ver­hält­nis­sen nicht auf­brin­gen kön­nen und
  • die beab­sich­tig­te Rechts­ver­fol­gung hin­rei­chen­de Aus­sicht auf Erfolg bie­tet und nicht mut­wil­lig erscheint [2].

Die­se Vor­aus­set­zun­gen lie­gen nicht vor, wenn die beab­sich­tig­te Ver­fas­sungs­be­schwer­de kei­ne hin­rei­chen­de Aus­sicht auf Erfolg bie­tet, weil für eine mög­li­che Ver­let­zung von Grund­rech­ten oder grund­rechts­glei­chen Rech­ten des Antrag­stel­lers nichts ersicht­lich ist.

Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt, Beschluss vom 29. April 2020 – 2 BvR 363/​20

  1. vgl. BVerfG, Beschluss vom 08.03.2017 – 1 BvR 2680/​16, Rn. 3 m.w.N.[]
  2. vgl. BVerfG, Beschluss vom 02.07.2019 – 2 BvR 427/​19, Rn. 2[]