Roma in der Repu­blik Mol­dau – und die Grup­pen­ver­fol­gung

Roma aus der Repu­blik Mol­dau unter­lie­gen nach Ansicht des Ver­wal­tungs­ge­richts Ber­lin in ihrer Hei­mat kei­ner Grup­pen­ver­fol­gung.

Roma in der Repu­blik Mol­dau – und die Grup­pen­ver­fol­gung

In dem hier vom Ver­wal­tungs­ge­richt Ber­lin ent­schie­de­nen Fall reis­te der dem Vol­ke der Roma zuge­hö­ri­ge mol­daui­sche Staats­an­ge­hö­ri­ge im Mai 2016 in die Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land ein. Sei­nen Asyl­an­trag lehn­te das Bun­des­amt für Migra­ti­on und Flücht­lin­ge ab. Die hier­ge­gen gerich­te­te Kla­ge begrün­de­te er mit sei­ner Volks­zu­ge­hö­rig­keit. Roma wür­den in Mol­dau gezielt Opfer von Ras­sis­mus, ras­sis­ti­scher Dis­kri­mi­nie­rung und Poli­zei­ge­walt. Die Dis­kri­mi­nie­rung ins­be­son­de­re im Bil­dungs­sys­tem, in der Arbeits­welt, im Gesund­heits­sys­tem sowie beim Zugang zu adäqua­tem Wohn­raum errei­che ein asyl­recht­lich rele­van­tes Aus­maß. Das Ver­wal­tungs­ge­richt Ber­lin wies die Kla­ge ab:

Eine Zuer­ken­nung der Flücht­lings­ei­gen­schaft kom­me, so das Ver­wal­tungs­ge­richt, nicht in Betracht, weil ihm kei­ne Gefahr einer unmit­tel­ba­ren staat­li­chen Grup­pen­ver­fol­gung dro­he. Es gebe kei­ner­lei Anhalts­punk­te dafür, dass Roma in der Repu­blik Mol­dau staat­li­cher­seits ver­trie­ben oder gar aus­ge­rot­tet wer­den sol­len. Sie sei­en auch kei­ner phy­si­schen Gewalt durch staat­li­che Stel­len aus­ge­setzt.

Für eine unmit­tel­ba­re sys­te­ma­ti­sche staat­li­che Ver­fol­gung oder auch nur Dis­kri­mi­nie­rung von Roma sei nichts erkenn­bar. Geset­ze oder ande­re staat­li­che Maß­nah­men, die aus­drück­lich oder tat­säch­lich aus­schließ­lich oder über­wie­gend Roma beträ­fen, gebe es dort – mit Aus­nah­me eines staat­li­chen Akti­ons­plans zur Unter­stüt­zung der Roma-Bevöl­ke­rung – nicht.

Dar­an ände­re auch der Umstand nichts, dass Roma tat­säch­lich antei­lig einen deut­lich gerin­ge­ren Zugang zu Bil­dung hät­ten als der Rest der Bevöl­ke­rung; denn von Geset­zes wegen könn­ten sie den Schul­be­such bean­spru­chen. Auch etwai­ge Nach­tei­le bei Arbeit, Gesund­heit und Wohn­raum erreich­ten in der Gesamt­schau kei­ne asyl­recht­lich rele­van­te Ver­fol­gungs­in­ten­si­tät.

Ver­wal­tungs­ge­richt Ber­lin, Urteil vom 5. Dezem­ber 2016 – VG 23 K 402.16 A