Schnee­räu­men auf dem Geh­weg

Die Fahr­bahn­mit­te bil­det die natür­li­che Gren­ze für Rei­ni­gungs- bzw. Win­ter­dienst­pflich­ten. Die Ver­pflich­tung eines Anlie­gers zum Win­ter­dienst umfasst nicht den Geh­weg vor dem Grund­stück auf der gegen­über­lie­gen­den Stra­ßen­sei­te.

Schnee­räu­men auf dem Geh­weg

So hat das Ver­wal­tungs­ge­richt Ber­lin in dem hier vor­lie­gen­den Fall einer Anlie­ge­rin aus Ber­lin-Neu­kölln ent­schie­den, die sich gegen ein Buß­geld für nicht nach­ge­kom­me­ne Win­ter­dienst­pflich­ten gewehrt hat. Das Grund­stück der Klä­ge­rin befin­det sich in einer Stra­ße, die im Stra­ßen­rei­ni­gungs­ver­zeich­nis C des Lan­des Ber­lin ein­ge­tra­gen ist. Dar­aus folgt die grund­sätz­li­che gesetz­li­che Ver­pflich­tung zur Schnee- und Eis­be­sei­ti­gung. Unmit­tel­bar vor dem Grund­stück der Klä­ge­rin befin­det sich aller­dings kein geson­der­ter Geh­weg, son­dern nur ein zum Par­ken genutz­ter unbe­fes­tig­ter Rand­strei­fen; sodann fol­gen die Fahr­bahn und der gegen­über­lie­gen­de Geh­weg. Das Bezirks­amt Neu­kölln ver­häng­te 2010 ein Buß­geld gegen die Klä­ge­rin, weil sie ihren Win­ter­dienst­pflich­ten für den gegen­über­lie­gen­den Geh­weg nicht nach­ge­kom­men sei. Dar­auf­hin klag­te die Klä­ge­rin auf Fest­stel­lung, dass ihre Ver­pflich­tung die­sen Teil der Stra­ße nicht umfas­se.

Nach Auf­fas­sung des Ver­wal­tungs­ge­richts Ber­lin sei­en die Anlie­ger nach dem Ber­li­ner Stra­ßen­rei­ni­gungs­ge­setz zwar zum Win­ter­dienst jeweils vor ihren Grund­stü­cken auf den in glei­cher oder ähn­li­cher Rich­tung ver­lau­fen­den nächst­ge­le­ge­nen Geh­we­gen ver­pflich­tet. Der Begriff des nächst­ge­le­ge­nen Geh­wegs sei aber nicht der­art weit zu ver­ste­hen, dass davon auch noch der Geh­weg vor den Grund­stü­cken auf der gegen­über­lie­gen­den Stra­ßen­sei­te erfasst sei. Wei­se die Stra­ße – wie hier – eine Fahr­bahn auf, sei nächst­ge­le­ge­ner Geh­weg nur der­je­ni­ge, der sich zwi­schen dem Grund­stück des jewei­li­gen Anlie­gers und der Fahr­bahn der Stra­ße befin­de. Die Fahr­bahn­mit­te bil­de die natür­li­che Gren­ze für Rei­ni­gungs- bzw. Win­ter­dienst­pflich­ten.

Ver­wal­tungs­ge­richt Ber­lin, Urteil vom 29. August 2013 – 1 K 366.11