Schul­ab­schlüs­se an der Volks­hoch­schu­le

Das meck­len­burg-vor­pom­me­ri­sche Schul­ge­setz dif­fe­ren­ziert zwi­schen dem Erwerb schu­li­scher Abschlüs­se an Volks­hoch­schu­len (§ 32 SchulG M‑V) und Nicht­schü­ler­prü­fun­gen (§ 33 SchulG M‑V). Gemäß § 32 Abs. 1 SchulG M‑V kann durch Geneh­mi­gung der zustän­di­gen Schul­be­hör­de an Volks­hoch­schu­len der Erwerb der Berufs­rei­fe und der Mitt­le­ren Rei­fe zuge­las­sen wer­den.

Schul­ab­schlüs­se an der Volks­hoch­schu­le

Die vor­be­rei­ten­den Bil­dungs­gän­ge an den Volks­hoch­schu­len sind nach § 32 Abs. 2 SchulG M‑V im Ein­ver­neh­men mit der zustän­di­gen Schul­be­hör­de zu gestal­ten. Gemäß § 32 Abs. 3 Satz 1 SchulG M‑V wird für die Durch­füh­rung der Prü­fung an der Volks­hoch­schu­le eine Prü­fungs­kom­mis­si­on gebil­det.

Nach § 33 Satz 1 SchulG M‑V kön­nen Nicht­schü­ler durch eine Prü­fung die durch oder auf­grund die­ses Geset­zes gere­gel­ten Abschlüs­se und Berech­ti­gun­gen aller all­ge­mein bil­den­den Schu­len und, soweit die Prü­fungs­vor­aus­set­zun­gen dies zulas­sen, auch die Abschlüs­se der beruf­li­chen Schu­len erwer­ben. Bei der Zulas­sung und der Prü­fung sind gemäß § 33 Satz 2 SchulG M‑V die Lebens- und Berufs­er­fah­rung der Prüf­lin­ge ange­mes­sen zu berück­sich­ti­gen. Zuzu­las­sen zur Prü­fung sind gemäß § 33 Satz 3 SchulG M‑V in der Regel nur Nicht­schü­ler mit gewöhn­li­chem Auf­ent­halt im Land Meck­len­burg-Vor­pom­mern.

Nach der für die Ent­schei­dung über das Vor­lie­gen eines Ver­fah­rens­feh­lers in mate­ri­ell-recht­li­cher Hin­sicht maß­geb­li­chen Rechts­auf­fas­sung des Ober­ver­wal­tungs­ge­richts sind Vor­be­rei­tungs­lehr­gän­ge nach § 32 SchulG M‑V, die mit einer Prü­fung an der den Kurs anbie­ten­den Volks­hoch­schu­le ver­knüpft sind, als Bil­dungs­gang für die Nach­ho­lung von Schul­ab­schlüs­sen grund­sätz­lich nach dem Bun­des­ge­setz über indi­vi­du­el­le För­de­rung der Aus­bil­dung (Bun­des­aus­bil­dungs­för­de­rungs­ge­setz – BAföG) 1 för­de­rungs­fä­hig. § 32 SchulG M‑V erfas­se indes nur den Bil­dungs­gang, der mit einem schu­li­schen Abschluss an der Volks­hoch­schu­le selbst ver­knüpft sei. Unter Zugrun­de­le­gung die­ser Rechts­auf­fas­sung hängt die För­de­rungs­fä­hig­keit des Bil­dungs­gangs maß­geb­lich von der Fra­ge ab, ob der von der Klä­ge­rin besuch­te Kurs mit einer an der Volks­hoch­schu­le abge­hal­te­nen Prü­fung abschloss, was wie­der­um vor­aus­setzt, dass die Volks­hoch­schu­le nach § 2 Abs. 1 der Ver­ord­nung über die Prü­fun­gen zum Erwerb der Abschlüs­se des Sekun­dar­be­reichs I an Volks­hoch­schu­len (Volks­hoch­schul­ab­schluss­ver­ord­nung – VHSAVO M‑V) 2 im maß­geb­li­chen Zeit­punkt der Abschluss­prü­fung die Geneh­mi­gung besaß, schu­li­sche Abschlüs­se des Sekun­dar­be­reichs I durch­zu­füh­ren, und hier­durch ermäch­tigt war, nach Maß­ga­be der Volks­hoch­schul­ab­schluss­ver­ord­nung ent­spre­chen­de Prü­fun­gen abzu­neh­men.

Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt, Beschluss vom 14. Novem­ber 2014 – 5 B 35.2014

  1. in der Fas­sung der Bekannt­ma­chung vom 06.06.1983, BGBl I S. 645, 1680, zuletzt geän­dert durch Gesetz vom 22.09.2005 ((BGBl I S. 2809[]
  2. vom 06.06.2005, GVOBl M‑V S. 342[]