Stol­ber­ger "Blo­cka­de­trai­ning"

Das Stol­ber­ger "Blo­cka­de­trai­ning" vom Febru­ar 2011 war rechts­wid­rig. Der Aache­ner Poli­zei­prä­si­dent durf­te dem Bünd­nis gegen den Neo­na­zi­auf­marsch zu Recht unter­sa­gen, wäh­rend einer Ver­samm­lung im Febru­ar 2011 ein Blo­cka­de­trai­ning durch­zu­füh­ren, ent­schied jetzt das Ver­wal­tungs­ge­richt Aachen.

Stol­ber­ger

Das Bünd­nis gegen den Neo­na­zi­auf­marsch in Stol­berg hat­te für den 5. Febru­ar 2011 eine Ver­samm­lung ange­mel­det, auf der unter ande­rem Tak­ti­ken und Tech­ni­ken vor­ge­stellt wer­den soll­ten, wie ande­re Ver­samm­lun­gen und Auf­zü­ge ver­hin­dert, gesprengt oder ver­ei­telt wer­den kön­nen. Der Aache­ner Poli­zei­prä­si­dent bestä­tig­te die ange­mel­de­te Ver­samm­lung in Stol­berg unter Auf­la­gen. Unter ande­rem unter­sag­te er das vor­ge­se­he­ne Blo­cka­de­trai­ning.

Die hier­ge­gen erho­be­ne Kla­ge blieb jetzt vor dem Ver­wal­tungs­ge­richt Aachen ohne Erfolg. Zwar sei die Kla­ge zuläs­sig, weil sich auch zukünf­tig die Fra­ge der Recht­mä­ßig­keit eines Blo­cka­de­trai­nings stel­len kön­ne, so das Ver­wal­tungs­ge­richt. Die Kla­ge sei aller­dings unbe­grün­det, das Ver­samm­lungs­ge­setz erlau­be dem Poli­zei­prä­si­den­ten, eine Ver­samm­lung von der Ein­hal­tung bestimm­ter Auf­la­gen abhän­gig zu machen. Hier dien­ten die Auf­la­gen dazu, eine Gefähr­dung der öffent­li­chen Sicher­heit bei der Ver­samm­lung zu ver­hin­dern. Das Blo­cka­de­trai­ning sei erkenn­bar dar­auf aus­ge­rich­tet gewe­sen, die für den April 2011 ange­kün­dig­ten Demons­tra­tio­nen der rechts­ex­tre­men Sze­ne in Stol­berg zu ver­hin­dern oder zu stö­ren. Damit sei es untrenn­bar mit der öffent­li­chen Auf­for­de­rung zu Straf­ta­ten im Sin­ne des § 111 des Straf­ge­setz­bu­ches ver­bun­den und durf­te vom Aache­ner Poli­zei­prä­si­den­ten zu Recht unter­sagt wer­den.

Ver­wal­tungs­ge­richt Aachen, Urteil vom 1. Juni 2011 – 6 K 363/​11