Streit­wert­fest­set­zung – und das feh­len­de Rechts­schutz­be­dürf­nis

Der Antrag auf Fest­set­zung des Gegen­stands­werts ist unzu­läs­sig, wenn für die Fest­set­zung eines über den gesetz­li­chen Min­dest­wert (hier: von 5.000 €) hin­aus­ge­hen­den Werts ist ein legi­ti­mes Rechts­schutz­be­dürf­nis des Beschwer­de­füh­rers oder der Bevoll­mäch­tig­ten nicht erkenn­bar ist.

Streit­wert­fest­set­zung – und das feh­len­de Rechts­schutz­be­dürf­nis

Der Gegen­stands­wert für das Ver­fas­sungs­be­schwer­de­ver­fah­ren wird geson­dert nach § 37 Abs. 2 Satz 2 RVG in Ver­bin­dung mit § 14 Abs. 1 RVG fest­ge­setzt. Danach ist der Gegen­stands­wert unter Berück­sich­ti­gung aller Umstän­de, ins­be­son­de­re der Bedeu­tung der Ange­le­gen­heit, des Umfangs und der Schwie­rig­keit der anwalt­li­chen Tätig­keit sowie der Ver­mö­gens- und Ein­kom­mens­ver­hält­nis­se des Auf­trag­ge­bers nach bil­li­gem Ermes­sen zu bestim­men, jedoch nicht unter 5.000 €. In objek­ti­ver Hin­sicht kommt auch dem Erfolg der Ver­fas­sungs­be­schwer­de für die Bemes­sung des Gegen­stands­werts Bedeu­tung zu. Wird die Ver­fas­sungs­be­schwer­de – wie vor­lie­gend – zurück­ge­nom­men, über sie also nicht inhalt­lich befun­den, ist es des­halb im Regel­fall nicht gerecht­fer­tigt, über den gesetz­li­chen Min­dest­wert hin­aus­zu­ge­hen. In die­sen Fäl­len besteht kein Rechts­schutz­be­dürf­nis für die Fest­set­zung des Gegen­stands­werts 1.

Vor­lie­gend bestand für das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt kein Anlass, von die­ser Regel abzu­wei­chen. Anhalts­punk­te, die es recht­fer­ti­gen könn­ten, für die Ver­fas­sungs­be­schwer­de­ver­fah­ren über den gesetz­li­chen Min­dest­be­trag hin­aus­ge­hen­de Gegen­stands­wer­te fest­zu­set­zen, waren weder dar­ge­tan noch sonst ersicht­lich.

Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt, Beschluss vom 4. Mai 2018 – 2 BvR 632/​18

  1. vgl. etwa BVerfGE 79, 365, 369; BVerfG, Beschluss vom 13.12 2016 – 2 BvR 617/​16, www.bverfg.de, Rn. 10 m.w.N.; Beschluss vom 27.07.2016 – 1 BvR 625/​16, Rn. 6; stRspr[]
  2. vgl. BVerfGE 89, 91, 94[]