Toten­asche auf pri­va­tem Wald­grund­stück

Die Ver­streu­ung der Asche eines Ver­stor­be­nen auf einem pri­va­ten Bestat­tungs­platz ist nach dem rhein­land-pfäl­zi­schen Fried­hofs- und Bestat­tungs­recht unzu­läs­sig.

Toten­asche auf pri­va­tem Wald­grund­stück

So die Ent­schei­dung des Ober­ver­wal­tungs­ge­richts Rhein­land-Pfalz in dem hier vor­lie­gen­den Fall eines Klä­gers, der auf einem ihm gehö­ren­den Wald­grund­stück nach sei­nem Tod die Asche sei­ner sterb­li­chen Über­res­te ver­streu­en will. Der beklag­te Land­kreis lehn­te dies unter Hin­weis auf den bestehen­den Fried­hofs­zwang ab. Nach­dem die hier­ge­gen erho­be­ne Kla­ge vom Ver­wal­tungs­ge­richt abge­wie­sen wor­den ist, ver­folgt der Klä­ger sein Ziel wei­ter vor dem Ober­ver­wal­tungs­ge­richt.

Nach Auf­fas­sung des Ober­ver­wal­tungs­ge­richts Rhein­land-Pfalz sind die Anle­gung eines pri­va­ten Bestat­tungs­plat­zes und die Ver­streu­ung der Asche eines Ver­stor­be­nen nach dem rhein­land-pfäl­zi­schen Fried­hofs- und Bestat­tungs­recht unzu­läs­sig. Der dem­nach bestehen­de Fried­hof­zwang steht mit der ver­fas­sungs­recht­lich gewähr­leis­te­ten all­ge­mei­nen Hand­lungs­frei­heit in Ein­klang. Denn der Gesetz­ge­ber hat bei der Rege­lung des Bestat­tungs­rechts den ihm zuste­hen­den Gestal­tungs­spiel­raum nicht über­schrit­ten. Der Fried­hofs­zwang dient dem legi­ti­men Zweck der Wah­rung der Toten­ru­he und berück­sich­ti­ge die ver­brei­te­te Scheu des über­wie­gen­den Teils der Bevöl­ke­rung vor dem Tod und sei­nen Erschei­nungs­for­men. Dem Wan­del der gesell­schaft­li­chen Auf­fas­sung zur Bestat­tungs­kul­tur hat der Gesetz­ge­ber dadurch aus­rei­chend Rech­nung getra­gen, dass er anony­me Bestat­tun­gen auf öffent­li­chen Fried­hö­fen und soge­nann­ten Fried­wäl­dern zulässt.

Ober­ver­wal­tungs­ge­richt Rhein­land-Pfalz, Urteil vom 18. April 2012 – 7 A 10005/​12.OVG