Über­stel­lung eines hei­rats­wil­li­gen Nicht­asy­lan­ten an ein ande­re EU-Land

Vor der Über­stel­lung eines Dritt­staats­an­ge­hö­ri­gen, der sich uner­laubt im Bun­des­ge­biet auf­hält und für den auf Ersu­chen des Bun­des­am­tes für Migra­ti­on und Flücht­lin­ge ein EU Mit­glied­staat sei­ne Über­nah­me­be­reit­schaft nach Art. 16 Abs. 1 Buch­sta­be e Dub­lin II VO erklärt hat, hat die Aus­län­der­be­hör­de eine (anfecht­ba­re) Ent­schei­dung über die zwangs­wei­se Been­di­gung sei­nes Auf­ent­halts unter Berück­sich­ti­gung der gel­tend gemach­ten Auf­ent­halts­grün­de (hier: Ehe­schlie­ßungs­ab­sicht) zu tref­fen, sofern er im Bun­des­ge­biet kei­nen Asyl­an­trag im Sin­ne von § 13 Abs. 1 AsylVfG gestellt hat.

Über­stel­lung eines hei­rats­wil­li­gen Nicht­asy­lan­ten an ein ande­re EU-Land

Die­se Ent­schei­dung über eine auf­ent­halts­be­en­den­de Maß­nah­me (Über­stel­lung, Zurück­schie­bung oder Abschie­bung) muss jeden­falls dann schrift­lich erfol­gen bzw. schrift­lich bestä­tigt wer­den, wenn dies von dem Dritt­staats­an­ge­hö­ri­gen ver­langt wird (§ 37 Abs. 2 Satz 2 HmbV­wVfG).

Bis zur Bekannt­ga­be einer Ent­schei­dung über die zwangs­wei­se Been­di­gung des Auf­ent­halts darf der Dritt­staats­an­ge­hö­ri­ge nicht in den auf­nah­me­be­rei­ten Mit­glied­staat über­stellt oder zurück­ge­scho­ben wer­den.

Ham­bur­gi­sches Ober­ver­wal­tungs­ge­richt, Beschluss vom 27. Juli 2011 – 4 Bs 97/​11