Wer zahlt den Taschen­rech­ner für die Schu­le?

Die Lern­mit­tel­frei­heit nach Art 102 Abs. 4 Satz 1 Sächs­Verf umfasst auch die Kos­ten für einen gra­fik­fä­hi­gen Taschen­rech­ner, wenn die Anschaf­fung eines sol­chen Taschen­rech­ners von der Schu­le nach dem Lehr­plan vor­ge­ge­ben wor­den ist.

Wer zahlt den Taschen­rech­ner für die Schu­le?

Mit die­ser Begrün­dung hat das Ver­wal­tungs­ge­richt Chem­nitz in dem hier vor­lie­gen­den Fall der Kla­ge des Vaters einer Schü­le­rin statt­ge­ge­ben, der von der Gro­ßen Kreis­stadt Lim­bach-Ober­froh­na als Schul­trä­ger eines ört­li­chen Gym­na­si­ums die Kos­ten für einen gra­fik­fä­hi­gen Taschen­rech­ner erstat­tet bekom­men woll­te.

Nach Auf­fas­sung des Ver­wal­tungs­ge­richts Chem­nitz umfas­se die in Art 102 Abs. 4 Satz 1 Sächs­Verf gere­gel­te Lern­mit­tel­frei­heit auch die­se Kos­ten, weil die Anschaf­fung eines sol­chen Taschen­rech­ners von der Schu­le nach dem Lehr­plan vor­ge­ge­ben wor­den war. Die Lern­mit­tel­frei­heit sei in der Säch­si­schen Ver­fas­sung im Jahr 1992, trotz der in den Bera­tun­gen dazu geäu­ßer­ten finan­zi­el­ler Beden­ken, umfas­send gere­gelt und vom ein­fa­chen Lan­des­ge­setz­ge­ber nicht ein­ge­schränkt wor­den. Daher sei der Erstat­tungs­an­spruch des Vaters gege­ben.

In sei­ner Urteils­be­grün­dung bezog sich das Ver­wal­tungs­a­ge­richt Chem­nitz auch auf eine Ent­schei­dung des Säch­si­schen Ober­ver­wal­tungs­ge­richts in Baut­zen vom 17. April 2012 1 , in dem fest­ge­stellt wor­den war, dass die Schul­trä­ger auch die Kopier­kos­ten für im Unter­richt ver­wen­de­te Kopi­en im Rah­men der Lern­mit­tel­frei­heit zu tra­gen haben.

Ver­wal­tungs­ge­richt Chem­nitz, Urteil vom 8. März 2013 – 3 K 798/​09

  1. Sächs.OVG vom 17.04.2012 – 2 A 520/​11[]