Wohn­sitz­be­schrän­ken­de Maß­nah­men bei Emi­gran­ten

Für jüdi­sche Emi­gran­ten aus der ehe­ma­li­gen Sowjet­uni­on bestehen kei­ne wohn­sitz­be­schrän­ken­den Auf­la­gen.

Wohn­sitz­be­schrän­ken­de Maß­nah­men bei Emi­gran­ten

So das
Nach Auf­fas­sung des Ober­ver­wal­tungs­ge­richts des Lan­des Sach­sen-Anhalt kön­nen jüdi­schen Emi­gran­ten aus der ehe­ma­li­gen Sowjet­uni­on, denen in ent­spre­chen­der Anwen­dung von § 1 Abs. 3 des Geset­zes über Maß­nah­men für im Rah­men huma­ni­tä­rer Hilfs­ak­tio­nen auf­ge­nom­me­ne Flücht­lin­ge vom 22.07.1980, Hum­HAG, unbe­fris­te­te Auf­ent­halts­er­laub­nis­se erteilt wur­den, die gemäß § 101 Abs. 1 Satz 2 Auf­en­thG als Nie­der­las­sungs­er­laub­nis­se fort­gel­ten, kei­ne wohn­sitz­be­schrän­ken­den Auf­la­gen erteilt wer­den. Damit bestä­tig­te das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt des Lan­des Sach­sen-Anhalt ein ent­spre­chen­des Urteil des Ver­wal­tungs­ge­richts Hal­le, gegen das die Stadt Hal­le (Saa­le) Beru­fung ein­ge­legt hat­te. Schon das Ver­wal­tungs­ge­richts Hal­le hat­te gegen die Ertei­lung von frei­zü­gig­keits­be­schrän­ken­de Maß­nah­men ent­schie­den 1 .

Zwar, so das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt in sei­nen Ent­schei­dungs­grün­den, unter­fällt die­ser Per­so­nen­kreis nicht dem Schutz der Rege­lun­gen der Gen­fer Flücht­lings­kon­ven­ti­on, die u. a. Frei­zü­gig­keit gewähr­leis­tet, weil die Auf­nah­me jüdi­scher Emi­gran­ten aus der Sowjet­uni­on nicht den Zweck gehabt hat, einer Ver­fol­gungs­si­tua­ti­on oder einem Flücht­lings­schick­sal durch eine poli­ti­sche Lösung Rech­nung zu tra­gen. Zwi­schen der Grup­pe der Flücht­lin­ge und der Grup­pe der jüdi­schen Ein­wan­de­rer, denen in ent­spre­chen­der Anwen­dung des § 1 Abs. 3 Hum­HAG unbe­fris­te­te Auf­ent­halts­er­laub­nis­se erteilt wur­den, bestehen aller­dings kei­ne Unter­schie­de von sol­chem Gewicht, dass jüdi­sche Emi­gran­ten in Bezug auf die Frei­zü­gig­keit anders behan­delt wer­den dür­fen als Flücht­lin­ge nach der Gen­fer Flücht­lings­kon­ven­ti­on.

Ober­ver­wal­tungs­ge­richt des Lan­des Sach­sen-Anhalt, Urteil vom 12. Janu­ar 2012 – 2 L 151/​10

  1. VG Hal­le, Urteil vom 17.09.2010 – 1 A 284/​08 HAL[]