Der Kampf der "Gold­bä­ren" gegen den "Lindt-Ted­dy"

Der Gold­bär von Hari­bo ist nicht mit dem Scho­ko-Ted­dy von Lindt zu ver­wech­seln.

Der Kampf der

So hat das Ober­lan­des­ge­richt Köln in dem hier vor­lie­gen­den Fall einer durch Hari­bo ein­ge­klag­ten Mar­ken­ver­let­zung ent­schie­den und ent­ge­gen des anders­lau­ten­den Urteils des Land­ge­richts Köln kei­ne Ver­let­zung der Mar­ke "Gold­bä­ren" gese­hen. Die Fa. Hari­bo GmbH & Co. KG als Klä­ge­rin ver­treibt Frucht­gum­mi in Bären­form und ist u.a. Inha­be­rin der Wort­mar­ken "GOLDBÄR" und "GOLDBÄREN". Die Beklag­ten (zwei Fir­men der Lindt & Sprüng­li Grup­pe) ver­trei­ben seit März 2011 in Gold­fo­lie ver­pack­te Scho­ko­la­den­fi­gu­ren in Bären­form, die eine rote Schlei­fe um den Hals tra­gen. Die Klä­ge­rin sieht hier­in eine Ver­let­zung der für sie ein­ge­tra­ge­nen Mar­ken. Die Aus­ge­stal­tung des Lindt-Ted­dys sei nichts ande­res als die bild­li­che Dar­stel­lung des Wor­tes "GOLDBÄR".

Das Land­ge­richt Köln hat­te der auf Unter­las­sung, Aus­kunft und Scha­dens­er­satz gerich­te­ten Kla­ge in ers­ter Instanz statt­ge­ge­ben. Hier­ge­gen hat­ten die Beklag­ten Beru­fung zum Ober­lan­des­ge­richt Köln ein­ge­legt und argu­men­tiert, der Lindt-Ted­dy stel­le ledig­lich eine logi­sche und ein­heit­li­che Fort­set­zung ihrer eige­nen Pro­dukt­li­nie dar, wobei sich die Auf­ma­chung vor allem an dem "Gold­ha­sen" ori­en­tie­re.

Nach Auf­fas­sung des Ober­lan­des­ge­richts Köln kön­ne eine Ver­let­zung einer Wort­mar­ke wie "Gold­bär" durch eine drei­di­men­sio­na­le Figur wie den Scho­ko-Ted­dy dann vor­lie­gen, wenn die Bezeich­nung "Gold­bär" die für den Ver­brau­cher nahe­lie­gen­de, unge­zwun­ge­ne, erschöp­fen­de und gleich­sam ein­präg­sa­me Beti­te­lung und damit die am nächs­ten lie­gen­de grif­fi­ge Bezeich­nung der Figur sei.

Dies kön­ne hier nicht fest­ge­stellt wer­den: Der Gesamt­ein­druck des Scho­ko-Ted­dys set­ze sich nicht allein aus Form und Far­be zusam­men; maß­geb­lich sei viel­mehr auch der Auf­druck der Bezeich­nung "Lindt" nebst Logo bzw. der Auf­druck "Lindt-Ted­dy". Die­ser wer­de vom Käu­fer in beson­de­rem Maße als Her­kunfts­nach­weis auf die Beklag­te bezo­gen, zumal sich das Pro­dukt in sei­ner Gesamt­ge­stal­tung an den als Pro­dukt der Beklag­ten bekann­ten "Gold­ha­sen" anleh­ne. Schließ­lich kön­ne auch nicht davon aus­ge­gan­gen wer­den, dass die Beklag­ten ihr Pro­dukt an die Mar­ke der Klä­ge­rin ange­nä­hert habe, um Qua­li­täts­vor­stel­lun­gen, die der Ver­kehr mit dem Begriff "Gold­bä­ren" ver­bin­de, in unlau­te­rer Wei­se für sich aus­zu­nut­zen. Hier­ge­gen spre­che, dass die Beklag­ten selbst bekann­te Her­stel­ler im Süß­wa­ren­seg­ment sei­en und sich das bean­stan­de­te Pro­dukt in ihre eige­ne Pro­dukt­li­nie ein­fü­ge.

Da ins­be­son­de­re die Fra­ge, wann eine Über­kreuz­kol­li­si­on zwi­schen einer Wort­mar­ke und einer drei­di­men­sio­na­len Gestal­tung ange­nom­men wer­den kön­ne, grund­sätz­li­cher Natur sei, hat das Ober­lan­des­ge­richt die Revi­si­on zum Bun­des­ge­richts­hof zuge­las­sen.

Ober­lan­des­ge­richt Köln, Urteil vom 11. April 2014 – 6 U 230/​12