Feu­er­werks­kör­per aus dem Spiel­wa­ren­ge­schäft

Sil­ves­ter-Feu­er­werks­kör­per dür­fen in einem Spiel­wa­ren­ge­schäft ver­kauf wer­den.

Feu­er­werks­kör­per aus dem Spiel­wa­ren­ge­schäft

In einem am 01.10.2010 ver­kün­de­ten Urteil hat die 10. Zivil­kam­mer einem Spiel­wa­ren­fach­markt in einem Ein­kaufs­zen­trum in Mag­de­burg auch in Zukunft gestat­tet, Sil­ves­ter­feu­er­werk zu ver­kau­fen. Die­ses Urteil ist seit kur­zem rechts­kräf­tig. Das Ober­lan­des­ge­richt Naum­burg hat mit Urteil vom 17.05.2011 (9 U 192/​19) die Mag­de­bur­ger Ent­schei­dung bestä­tigt. Die hier­ge­gen gerich­te­te Revi­si­on vor dem Bun­des­ge­richts­hof in Karls­ru­he (XII ZR 59/​11) wur­de kürz­lich zurück­ge-nom­men, so dass das Urteil des Land­ge­richts nun rechts­kräf­tig ist.

In einem jetzt vom Ober­lan­des­ge­richt Naum­burg ent­schie­de­nen Fall woll­te der Ver­mie­ter (Klä­ger) dem Spiel­wa­ren­ge­schäft als Mie­ter (Beklag­ter) den Ver­kauf von Pyro­tech­nik unter­sa­gen las­sen, da er der Mei­nung ist, dass nach dem Miet­ver­trag aus­schließ­lich Spiel­wa­ren ver­kauft wer­den dür­fen. Sil­ves­ter­feu­er­werk zäh­le nicht dazu, da es weit­ge­hend nur an Per­so­nen über 18 Jah­re ver­kauft wer­den darf,

Wie erst­in­stanz­lich bereits das Land­ge­richt Mag­de­burg 1 sah auch das Ober­lan­des­ge­richts Naum­burg die Sil­ves­ter­feu­er­werks­kör­per jedoch als Spiel­wa­ren an. Spiel­zeug umfas­se nicht nur Gegen­stän­de, mit denen Kin­der spie­len. Auch Erwach­se­ne und Tie­re spie­len. So spie­len auch und gera­de Erwach­se­ne Kar­ten­spie­le (Poker, Skat etc.) oder mit elek­tri­schen Modell­ei­sen­bah­nen. Seit eini­gen Jah­ren gibt es neue Medi­en, wie etwa Com­pu­ter­spie­le. Auch Feu­er­werks­kör­per wer­den über Jahr­zehn­te hin­weg sowohl von Kin­dern und Jugend­li­chen als auch von Erwach­se­nen geschätzt. Spie­len bedeu­tet ein­zig und allein sich zum Ver­gnü­gen, Zeit­ver­treib und allein aus Freu­de an der Sache selbst auf irgend­ei­ne Wei­se zu betä­ti­gen. Feu­er­werk dient allein dem Ver­gnü­gen des Betrach­ters. Der Begriff „Spiel­wa­ren“ sei daher wei­ter zu fas­sen als der Begriff „Kin­der­spiel­zeug“.

Ober­lan­des­ge­richt Naum­burg, Urteil vom 17. Mai 2011 – 9 U 192/​10

  1. LG Mag­de­burg, Urteil vom 01.10.2010 – 10 O 551/​10[]