Bör­sen­kurs und die Abfin­dung beim Squee­ze-Out

Für den Bör­sen­kurs, der bei der Fest­set­zung der ange­mes­se­nen Abfin­dung für die Über­tra­gung der Akti­en der Min­der­heits­ak­tio­nä­re nicht unbe­rück­sich­tigt blei­ben darf, ist maß­geb­lich der nach Umsatz gewich­te­te Durch­schnitts­kurs inner­halb einer drei­mo­na­ti­gen Refe­renz­pe­ri­ode vor der Bekannt­ma­chung des Squee­ze-out 1.

Bör­sen­kurs und die Abfin­dung beim Squee­ze-Out

Eine Hoch­rech­nung des Bör­sen­wer­tes ent­spre­chend der all­ge­mei­nen oder bran­chen­ty­pi­schen Wert­ent­wick­lung hat jeden­falls dann nicht zu erfol­gen, wenn zwi­schen der Bekannt­ga­be der Struk­tur­maß­nah­me und dem Tag der Haupt­ver­samm­lung ein Zeit­raum von nicht mehr als sechs Mona­ten ver­stri­chen ist.

Allei­ne der für den Fall eines Squee­ze-out typi­scher Wei­se gerin­ge Streu­be­sitz recht­fer­tigt es nicht, von der Berück­sich­ti­gung des Bör­sen­kur­ses abzu­se­hen.

Eine ein­deu­ti­ge Fest­le­gung der Markt­ri­si­ko­prä­mie ist auch nach dem aktu­el­len Stand der Wirt­schafts­wis­sen­schaf­ten empi­risch nicht mög­lich. Eine Ori­en­tie­rung der Prä­mie zwi­schen dem geo­me­tri­schen und dem arith­me­ti­schen Mit­tel­wert ist wei­ter­hin ange­mes­sen.

Ober­lan­des­ge­richt Stutt­gart, Beschluß vom 4. Mai 2011 – 20 W 11/​08

  1. vgl. BGH, ZIP 2010, 1487 Tz. 10 – "Stoll­werck"[]