Ver­trags­händ­ler und die Kun­den­kar­tei

Der Aus­gleichs­an­spruch eines Ver­trags­händ­lers ana­log § 89b HGB ist nicht des­halb von vorn­her­ein aus­ge­schlos­sen, weil der Händ­ler nach Been­di­gung des Ver­trags­ver­hält­nis­ses sei­ne Kun­den­kar­tei einem Drit­ten über­lässt, nach­dem er zuvor in Erfül­lung einer ent­spre­chen­den Ver­trags­pflicht dem Her­stel­ler die Daten der von ihm neu gewor­be­nen Kun­den bekannt gege­ben hat. Die Wei­ter­ga­be der Kun­den­kar­tei kann sich jedoch auf die Höhe des Anspruchs aus­wir­ken, soweit die Vor­tei­le des Her­stel­lers (§ 89b Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 HGB) oder die Nach­tei­le des Ver­trags­händ­lers (§ 89b Abs.1 Satz 1 Nr. 2 HGB) infol­ge der Nut­zung der Kun­den­da­ten durch den Drit­ten vor­aus­sicht­lich gerin­ger aus­fal­len wer­den.

Ver­trags­händ­ler und die Kun­den­kar­tei

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 28. Juni 2006 – VIII ZR 350/​04