Heat­balls – Sati­re mit Glüh­lam­pen

Sog. "Heat­balls" sind Haus­halts­lam­pen im Sin­ne der EG-Ver­ord­nung vom März 2009, mit der bis Ende 2012 stu­fen­wei­se her­kömm­li­che Glüh­lam­pen abge­schafft wer­den sol­len.

Heat­balls – Sati­re mit Glüh­lam­pen

Mit die­ser Begrün­dung hat das Ver­wal­tungs­ge­richt Aachen in dem hier vor­lie­gen­den Fall die Ord­nungs­ver­fü­gung der Bezirks­re­gie­rung Köln über ein Ver­kaufs­ver­bot der "Heat­balls" bestä­tigt. Die Klä­ge­rin, die sich sati­risch mit der EG-Ver­ord­nung aus­ein­an­der­set­zen woll­te, war bereits in dem gericht­li­chen Eil­ver­fah­ren im Juni 2011 mit ihrem Anlie­gen nicht durch­ge­drun­gen. Die EG-Ver­ord­nung vom März 2009 bedeu­tet bis Ende 2012 stu­fen­wei­se das Aus für her­kömm­li­che Glüh­lam­pen bedeu­tet. Die Klä­ge­rin, mitt­ler­wei­le eine ein­ge­tra­ge­ne Genos­sen­schaft, hat­te in Chi­na "Heiz­ele­men­te" pro­du­zie­ren las­sen, um sich sati­risch mit der EG-Ver­ord­nung aus­ein­an­der­zu­set­zen. Die Bezirks­re­gie­rung Köln unter­sag­te den Ver­trieb der Heat­balls, weil es sich um her­kömm­li­che Glüh­lam­pen im Sin­ne der EG-Ver­ord­nung han­de­le. Die Klä­ge­rin ver­su­che, mit der Dekla­rie­rung der Lam­pen als "Heat­balls" die Vor­schrif­ten zu umge­hen.

Nach Auf­fas­sung des Ver­wal­tungs­ge­richts Aachen sei­en die "Heat­balls" als Haus­halts­lam­pen im Sin­ne der EG-Ver­ord­nung anzu­se­hen. Ent­schei­dend sei die objek­ti­ve Zweck­be­stim­mung aus Ver­brau­cher­sicht. Danach dien­ten Heat­balls wie her­kömm­li­che Glüh­lam­pen der Beleuch­tung und unter­fie­len nicht dem Begriff der "Spe­zi­al­lam­pen", wel­che von der EG-Ver­ord­nung noch erlaubt sei­en. Eine Ver­let­zung des Grund­rechts auf Kunst­frei­heit ver­moch­te das Ver­wal­tungs­ge­richt nicht zu erken­nen. Ob es sich bei den nun­mehr von der Klä­ge­rin zusätz­lich pro­du­zier­ten sog. "Work­balls" um zuläs­si­ge Spe­zi­al­lam­pen han­de­le, habe das Gericht nicht zu ent­schei­den. Hier ste­he nach Anga­ben der Bezirks­re­gie­rung noch die Prü­fung aus. Solan­ge die Prü­fung lau­fe, sei der Ver­trieb der Work­balls nicht ver­bo­ten.

Ver­wal­tungs­ge­richt Aachen, Urteil vom 19. Juni 2012 – 3 K 181/​11