Neu­es zu Anla­ge­be­ra­tung und Schuld­ver­schrei­bun­gen

Das “Ge­setz zur Neu­re­ge­lung der Rechts­ver­hält­nis­se bei Schuld­ver­schrei­bun­gen aus Ge­sam­te­mis­sio­nen und zur ver­bes­ser­ten Durch­setz­bar­keit von An­sprü­chen von An­le­gern aus Falsch­be­ra­tung” wur­de heu­te im Bun­des­ge­setz­blatt ver­kün­det und tritt damit mor­gen in Kraft. Für die ab mor­gen ent­ste­hen­de Ansprü­che wegen Falsch­be­ra­tung gel­ten damit län­ge­re Ver­jäh­rungs­fris­ten.

Neu­es zu Anla­ge­be­ra­tung und Schuld­ver­schrei­bun­gen

Außer­dem sind die Ban­ken damit ab dem 1. Janu­ar 2010 in wei­te­rem Umfang als bis­her ver­pflich­tet, den Inhalt jeder Anla­ge­be­ra­tung zu pro­to­kol­lie­ren und dem Kun­den eine Aus­fer­ti­gung des Pro­to­kolls an die Hand zu geben. Dies soll, so die Inten­ti­on des Gesetz­ge­bers, den Anla­ge­be­ra­ter zu höhe­rer Sorg­falt ver­an­las­sen und damit ins­ge­samt die Qua­li­tät der Bera­tung erhö­hen. In einem Pro­zess wegen schlech­ter Bera­tung kann sich der Kun­de auf das Bera­tungs­pro­to­koll beru­fen.

Schließ­lich soll durch das neue Gesetz das bis­he­ri­ge Schul­d­ver­schr­eibung­s­recht mode­r­nisiert und das alte Schul­d­ver­schr­eibung­sge­setz aus dem Jahr 1899 abge­löst we­r­d­en. In dem bis heu­te gel­ten­den Schul­d­ver­schr­eibung­sge­setz ist unter an­de­rem ge­re­ge­lt, auf we­l­che Wei­se die Gläu­bi­ger einer An­lei­he auf die in den Schul­d­ver­schr­eib­un­g­en ve­rb­rieften Rech­te ei­nwirken kön­nen, indem sie be­st­im­m­ten Ände­r­un­gen der An­lei­he­b­e­din­g­un­gen zu­st­immen.

Das Schuldverschreibungsge­setz ist seit 1899 im We­sen­tlichen unver­än­dert ge­b­lieb­en und schränkt die Be­fu­gnisse der Gläu­bi­ger aus heu­tiger Sicht zu stark ein; zudem ist es ve­rfahre­ns­rech­tlich ve­r­a­l­t­et. In­terna­t­io­nal war dar­über hin­aus be­z­we­i­fe­lt wo­rd­en, ob übl­iche Umschul­dungskla­u­s­e­ln (sogen­an­nte "Co­lle­ctive Acti­on Cla­u­s­es") nach deu­tschem Recht zuläs­sig sind. Auch die­se Zwe­i­fel so­llen mit dem neu­en Ge­setz be­s­ei­tigt und das Schul­d­ver­schr­eibung­s­recht in­terna­t­io­nal übl­ich­en An­fo­rd­er­un­gen so­weit wie mög­lich ang­e­p­asst we­r­d­en.

Zeitglei­ch mit der In­terna­t­io­na­lisierung der Märk­te haben sich auch die als Schul­d­ver­schr­eib­un­g­en be­gebe­nen Pro­dukte zum Teil er­heblich weit­e­r­en­tw­i­ck­elt. Ge­ra­de im Zu­s­ammen­h­ang mit der Fi­nanzm­a­rkt­k­rise hat sich ge­z­ei­gt, dass vie­le An­le­ger die Risi­ken der teil­weise hoch­ko­mplexen Pro­dukte nicht hin­reiche­nd ver­steh­en. Hier muss für mehr Nach­vo­llzieh­b­a­rkeit und Tra­ns­pare­nz ge­sorgt we­r­d­en.

Über die gesetz­li­chen Neu­re­ge­lun­gen hat­ten wir im Ein­zel­nen bereits anläss­lich der Ver­ab­schie­dung des Geset­zes im Deut­schen Bun­des­tag berich­tet.