Kon­zes­si­ons­ver­lust wegen Gast­stät­ten­lärm

Ist der von einer Gast­stät­te aus­ge­hen­de Lärm zu laut kann die Gast­stät­ten­kon­zes­si­on wider­ru­fen wer­den. Der sofor­ti­ge Wider­ruf einer Gast­stät­ten­kon­zes­si­on wegen des Gast­stät­ten­lärms kann daher, wie jetzt noch­mals das Ver­wal­tungs­ge­richt Mainz ent­schie­den hat, rech­tens.

Kon­zes­si­ons­ver­lust wegen Gast­stät­ten­lärm

In dem jetzt vom VG Mainz ent­schie­de­nen Fall erteil­te die Stadt Worms 2003 einem Gewer­be­trei­ben­den (Antrag­stel­ler) eine Gast­stät­ten­er­laub­nis. In der Fol­ge gab es zahl­rei­che Beschwer­den von Nach­barn wegen nächt­li­cher Ruhe­stö­rung durch zu lau­te Musik in der Gast­stät­te. Außer­dem kam es in und vor der Gast­stät­te immer wie­der zu Strei­tig­kei­ten und Schlä­ge­rei­en. Von Febru­ar bis Juli 2006 fuhr die Poli­zei wegen der Vor­komm­nis­se um die Gast­stät­te sieb­zehn Ein­sät­ze. Nach­dem die Stadt im Juli 2006 das Ver­fah­ren zum Wider­ruf der Kon­zes­si­on ein­ge­lei­tet, die Ent­wick­lung aber noch abge­war­tet hat­te, kam es bis ins ers­te Halb­jahr 2007 wie­der­um zu Ruhe­stö­run­gen, so dass die Stadt schließ­lich die Kon­zes­si­on mit sofor­ti­ger Wir­kung wider­rief.

Der Antrag­stel­ler wand­te sich an das Ver­wal­tungs­ge­richt. Ohne vor­he­ri­ge Lärm­mes­sun­gen hät­te sei­ne Kon­zes­si­on nicht wider­ru­fen wer­den dür­fen, mach­te er gel­tend. Hier­von abge­se­hen hät­ten sich die Nach­barn teil­wei­se nur des­halb beschwert, weil sie sei­nen Betrieb mit angren­zen­den Bor­del­len in Ver­bin­dung gebracht hät­ten. Die Schlä­ge­rei­en und Strei­tig­kei­ten sei­en in ers­ter Linie durch sei­ne Ex-Freun­din ver­ur­sacht wor­den. Er selbst habe die Poli­zei rufen müs­sen.

Die Rich­ter des VG haben die behörd­li­che Ent­schei­dung bestä­tigt. Ein Gast­wirt müs­se sicher­stel­len, dass der von sei­ner Gast­stät­te aus­ge­hen­de Lärm nicht zu erheb­li­chen Beläs­ti­gun­gen der Nach­bar­schaft füh­re. Igno­rie­re er die­se Ver­pflich­tung beharr­lich, wie es der Antrag­stel­ler nach den Fest­stel­lun­gen der Poli­zei getan habe, sei er als unzu­ver­läs­sig anzu­se­hen und sei­ne Kon­zes­si­on zu wider­ru­fen. Lärm­mes­sun­gen sei­en vor dem Wider­ruf nicht erfor­der­lich gewe­sen, da glaub­haf­te Zeu­gen­aus­sa­gen und Poli­zei­be­rich­te vor­ge­le­gen hät­ten. Letz­te­re sei­en zudem im Ein­zel­fall sehr kon­kret, indem sie zum Bei­spiel schil­der­ten, dass die über­lau­te Musik im Strei­fen­wa­gen trotz geschlos­se­ner Fens­ter oder – in einem ande­ren Fall – schon von einer Nach­bar­stra­ße aus zu hören gewe­sen sei. Der Antrag­stel­ler sei unbe­lehr­bar, was sich zum Bei­spiel dar­in zei­ge, dass die Poli­zei mit­un­ter in einer Nacht zwei­mal habe kom­men müs­sen, weil der Antrag­stel­ler nach der ers­ten Inter­ven­ti­on der Beam­ten die Musik wie­der lau­ter gestellt habe. Auch die Schlä­ge­rei­en und Strei­tig­kei­ten sei­en dem Antrag­stel­ler anzu­las­ten, selbst wenn sie pri­mär von sei­ner Ex-Freun­din ver­ur­sacht wor­den sein soll­ten. Die benach­bar­ten Bor­del­le spiel­ten kei­ne Rol­le, weil sich die poli­zei­li­chen Fest­stel­lun­gen stets auf die Gast­stät­te des Antrag­stel­lers bezo­gen hät­ten.

Ver­wal­tungs­ge­richt Mainz, Beschluss vom 10. August 2007 – 6 L 512/​07.MZ