Kran­ken­haus­hy­gie­nisch bedenk­li­che Bau­män­gel

Durch kran­ken­haus­hy­gie­nisch bedenk­li­che Bau­män­gel aus­ge­lös­te Umbau­maß­nah­men begrün­den kei­ne För­de­rung wegen Son­der­be­darf.

Kran­ken­haus­hy­gie­nisch bedenk­li­che Bau­män­gel

Mit die­ser Begrün­dung hat jetzt das Ver­wal­tungs­ge­richt Köln die Kla­ge der Askle­pi­os Kli­nik Sankt Augus­tin GmbH gegen das Land NRW auf Bewil­li­gung einer För­de­rung für einen Son­der­be­darf in Höhe von 10,4 Mio. Euro abge­wie­sen.

Die Klä­ge­rin betreibt eine Kin­der­kli­nik in Sankt Augus­tin, deren Früh­ge­bo­re­nen-Abtei­lung vom Gesund­heits­amt des Rhein-Sieg-Krei­ses auf­grund bau­li­cher Män­gel seit meh­re­ren Jah­ren als kran­ken­haus­hy­gie­nisch bedenk­lich bemän­gelt wird und durch ein Infek­ti­ons­ge­sche­hen Ende 2012 in die Schlag­zei­len geriet. Die Klä­ge­rin plant zur Behe­bung der Män­gel einen umfas­sen­den Neu­bau bzw. eine Sanie­rung.

Hier­für bean­trag­te sie För­der­mit­tel beim Land NRW in Höhe von 10,4 Mio. Euro. Das Land NRW lehn­te die För­de­rung ab. Mit ihrer hier­ge­gen gerich­te­ten Kla­ge mach­te die Klä­ge­rin gel­tend, die all­ge­mei­nen Bau­pau­scha­len, die sie vom Land erhal­te, sei­en für die­se Inves­ti­tio­nen nicht aus­rei­chend.

Das Ver­wal­tungs­ge­richt Köln hat die Vor­aus­set­zun­gen für eine Son­der­för­de­rung in Höhe von 10,4 Mio. Euro ver­neint und die Kla­ge abge­wie­sen. Es hat zur Begrün­dung aus­ge­führt, der Klä­ge­rin sei eine Finan­zie­rung der not­wen­di­gen Bau­maß­nah­men aus den jähr­lich vom Land zuge­wie­se­nen Bau­pau­scha­len nach dem Kran­ken­haus­ge­stal­tungs­ge­setz des Lan­des NRW zumut­bar. Zudem sei die Klä­ge­rin Teil des Askle­pi­os Kon­zerns, Ham­burg. Die­ser hal­te 100 % der Geschäfts­an­tei­le der Klä­ge­rin und erzie­le erheb­li­che Gewin­ne. Die­se sei­en u. a. nach akti­en­recht­li­chen Grund­sät­zen bei der Bewer­tung der Leis­tungs­fä­hig­keit der Klä­ge­rin zu berück­sich­ti­gen. Öffent­li­che För­der­mit­tel müss­ten mit Rück­sicht dar­auf nicht in Anspruch genom­men wer­den.

Ver­wal­tungs­ge­richt Köln, Urteil vom 3. Novem­ber 2015 – 7 K 5301/​14