LKW-Maut­sät­ze

Die Fra­ge der Recht­mä­ßig­keit der Lkw-Maut­sät­ze bleibt auch wei­ter­hin offen. Das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt in Leip­zig hat den Rechts­streit um die Recht­mä­ßig­keit der Lkw-Maut­sät­ze nach der vom 1. Juli 2003 bis zum 31. August 2007 gel­ten­den Ver­ord­nung zur Fest­set­zung der Höhe der Auto­bahn­maut (Maut­hö­he­ver­ord­nung) erneut an das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt für das Land Nord­rhein-West­fa­len in Müns­ter zurück­ver­wie­sen.

LKW-Maut­sät­ze

Mit Urteil vom 4. August 2010 [1] war die Rechts­sa­che vom Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt schon ein­mal an das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt in Müns­ter zurück­ver­wie­sen wor­den. Dies war damals zur Klä­rung der Fra­ge gesche­hen, ob bei der Fest­set­zung der Maut­sät­ze für die bei­den in der Maut­hö­he­ver­ord­nung bestimm­ten Achs­klas­sen (maut­pflich­ti­ge Lkw mit bis zu drei Ach­sen einer­seits und ab vier Ach­sen ande­rer­seits) die von der Achs­zahl abhän­gi­gen Wege­kos­ten sach­ge­recht ermit­telt und zuge­ord­net wor­den waren.

Das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt hat dar­auf­hin die beklag­te Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land zur Erstat­tung der Maut an den Klä­ger ver­ur­teilt [2]. Tra­gen­der Grund hier­für war aller­dings nicht die Annah­me einer feh­ler­haf­ten Ver­tei­lung der achs­zahl­be­zo­ge­nen Wege­kos­ten auf die bei­den oben genann­ten Achs­klas­sen. Viel­mehr ist das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt Müns­ter davon aus­ge­gan­gen, dass die zwei- und drei­ach­si­gen Lkw über­haupt nicht in einer Achs­klas­se mit dem­sel­ben Maut­satz hät­ten zusam­men­ge­fasst wer­den dür­fen, weil die Drei­ach­ser in höhe­rem Maße Wege­kos­ten ver­ur­sach­ten als die Zwei­ach­ser. Schon aus die­sem Grund sei die Maut­hö­he­ver­ord­nung unwirk­sam.

Die beklag­te Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land hat gegen die Nicht­zu­las­sung der Revi­si­on in dem Urteil des Ober­ver­wal­tungs­ge­richts Beschwer­de zum Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt erho­ben. Sie rech­net, wie in der Pres­se berich­tet wur­de, aus Anlass des ange­grif­fe­nen Urteils mit zahl­rei­chen Rück­erstat­tungs­for­de­run­gen ande­rer Spe­di­teu­re.

Das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt hat nun­mehr fest­ge­stellt, dass sich dem Vor­brin­gen der Bun­des­re­pu­blik und ihrer Gut­ach­ter vor dem Ober­ver­wal­tungs­ge­richt ver­schie­de­ne Anhalts­punk­te dafür ent­neh­men las­sen, dass die Zusam­men­fas­sung der zwei- und drei­ach­si­gen Lkw in einer Achs­klas­se trotz unter­schied­li­cher Kos­ten­ver­ant­wort­lich­keit durch hin­rei­chend gewich­ti­ge Grün­de – ins­be­son­de­re sol­che der Ver­wal­tungs­prak­ti­ka­bi­li­tät – gerecht­fer­tigt sein könn­te. Die damit zusam­men­hän­gen­den tat­säch­li­chen Fra­gen sind in der Beru­fungs­in­stanz nicht aus­rei­chend unter­sucht wor­den. Das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt muss daher die­sen – für die Wirk­sam­keit der Maut­hö­he­ver­ord­nung maß­geb­li­chen – Aspekt näher auf­klä­ren.

Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt, Beschluss vom 16. Mai 2013 – 9 B 6.13

  1. BVerwG, Urteil vom 04.08.2010 – 9 C 6.09[]
  2. OVG NRW, Urteil vom 25.10.2012 – 9 A 2054/​07[]