Meh­re­re Anspruchs­grund­la­gen, ein­heit­li­cher Unter­las­sungs­an­trag – und der Streit­wert

Bei dem Begriff des Gegen­stands in § 45 Abs. 1 Satz 3 GKG han­delt es sich um einen selb­stän­di­gen kos­ten­recht­li­chen Begriff, der eine wirt­schaft­li­che Betrach­tung erfor­dert [1]. Eine Zusam­men­rech­nung hat dort zu erfol­gen, wo eine wirt­schaft­li­che Wert­häu­fung ent­steht und nicht ein wirt­schaft­lich iden­ti­sches Inter­es­se betrof­fen ist [2].

Meh­re­re Anspruchs­grund­la­gen, ein­heit­li­cher Unter­las­sungs­an­trag – und der Streit­wert

Wirt­schaft­li­che Iden­ti­tät liegt vor, wenn die in ein Even­tu­al­ver­hält­nis gestell­ten Ansprü­che nicht in der Wei­se neben­ein­an­der bestehen kön­nen, dass die vom Klä­ger gesetz­te Bedin­gung fort­ge­dacht allen statt­ge­ge­ben wer­den könn­te, son­dern dass die Ver­ur­tei­lung gemäß dem einen Antrag not­wen­di­ger­wei­se die Abwei­sung des ande­ren Antrags nach sich zöge [3].

Lie­gen einem ein­heit­li­chen Unter­las­sungs­an­trag meh­re­re Ansprü­che im Sin­ne von § 45 Abs. 1 Satz 2 GKG zugrun­de, die zusam­men­zu­rech­nen sind, hat kei­ne sche­ma­ti­sche Erhö­hung des Streit­werts zu erfol­gen [4]. Viel­mehr ist der Streit­wert für den Haupt­an­spruch fest­zu­set­zen und für die hilfs­wei­se gel­tend gemach­ten Ansprü­che ist der Streit­wert ange­mes­sen zu erhö­hen. Dabei ist bei einem ein­heit­li­chen Unter­las­sungs­an­trag zu berück­sich­ti­gen, dass der Angriffs­fak­tor im Regel­fall unver­än­dert und des­halb eine Ver­viel­fa­chung des Streit­werts des Haupt­an­spruchs grund­sätz­lich nicht gerecht­fer­tigt ist.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 12. Sep­tem­ber 2013 – I ZR 58/​11

  1. vgl. BGH, Beschluss vom 06.10.2004 – IV ZR 287/​03, NJW-RR 2005, 506[]
  2. BGH, Beschluss vom 12.04.2010 – II ZR 34/​07[]
  3. vgl. BGH, Beschluss vom 27.02.2003 – III ZR 115/​02, NJW-RR 2003, 713; Beschluss vom 12.04.2010 – II ZR 34/​07; Beschluss vom 06.06.2013 – I ZR 190/​11[]
  4. aA OLG Frank­furt, GRUR-RR 2012, 367[]