Milch­er­zeu­ger­päch­ter

Ob die Vor­aus­set­zun­gen einer selb­stän­di­gen Bewirt­schaf­tung für die Milch­er­zeu­gung gepach­te­ter Pro­duk­ti­ons­ein­hei­ten vor­lie­gen, ist auf­grund einer Wür­di­gung des Gesamt­bil­des der Ver­hält­nis­se zu ent­schei­den, wobei die Gege­ben­hei­ten im Ein­zel­fall zu gewich­ten und gegen­ein­an­der abzu­wä­gen sind. Sind die Ver­hält­nis­se über­wie­gend durch Umstän­de geprägt, die für eine selb­stän­di­ge Bewirt­schaf­tung von Pro­duk­ti­ons­mit­teln typisch sind, kann dies recht­fer­ti­gen, den Betref­fen­den als Milch­er­zeu­ger anzu­se­hen, auch wenn ande­re Merk­ma­le der selb­stän­di­gen Bewirt­schaf­tung des Milch­er­zeu­gungs­be­trie­bes feh­len.

Milch­er­zeu­ger­päch­ter

Wer sich dar­auf beruft, trotz äußer­lich unver­än­der­ter tat­säch­li­cher Ver­hält­nis­se sei die Milch­er­zeu­ger­ei­gen­schaft von ihm auf einen Drit­ten infol­ge mit die­sem abge­schlos­se­ner Ver­trä­ge über­ge­gan­gen, muss Exis­tenz und Inhalt die­ser Ver­trä­ge nach­wei­sen.

Es ist zwei­fel­haft, ob ein Land­wirt als Milch­er­zeu­ger ange­se­hen wer­den kann, der von einem Milch­er­zeu­ger des­sen Stall und Her­de kurz­zei­tig pach­tet und es die­sem über­lässt, die Milch­wirt­schaft wie in der neben der Pacht­zeit ver­blei­ben­den Zeit des Milch­wirt­schafts­jah­res nach sei­nem Bewirt­schaf­tungs­kon­zept fort­zu­set­zen, ohne dass das wirt­schaft­li­che Risi­ko der Milch­er­zeu­gung auf jenen Land­wirt über­ge­gan­gen ist.

Bun­des­fi­nanz­hof, Urteil vom 25. Sep­tem­ber 2007 – VII R 28/​06