Nicht­rau­cher­schutz in Rhein­land-Pfalz

Die schrift­li­chen Grün­de des bereits am Ende Sep­tem­ber ver­kün­de­ten Urteils des Ver­fassungsgerichtshofs Rhein­land-Pfalz über die Ver­fas­sungs­be­schwer­den von Betrei­bern so genann­ter Ein-Raum-Gast­stät­ten gegen das Nicht­rau­cher­schutz­ge­setz Rhein­land-Pfalz lie­gen jetzt vor. Doe Kern­sät­ze:

Nicht­rau­cher­schutz in Rhein­land-Pfalz
  1. Der mit dem Nicht­rau­cher­schutz­ge­setz Rhein­land-Pfalz beab­sich­tig­te Schutz der Bevöl­ke­rung vor den Gesund­heits­ge­fah­ren des Pas­siv­rau­chens stellt einen legiti­men Zweck dar, der Ein­grif­fe in Grund­rech­te recht­fer­tigt.
  2. Im Rah­men des von ihm gewähl­ten Schutz­kon­zepts muss der Lan­des­ge­setz­ge­ber auch beson­de­re Belan­ge der Gast­stät­ten­be­trei­ber beach­ten und mit denen des Gesund­heits­schut­zes zu einem ver­hält­nis­mä­ßi­gen und fol­ge­rich­ti­gen Aus­gleich brin­gen.
    Dabei stärkt neben der durch Art. 58 LV garan­tier­ten Berufs­frei­heit die in Art. 52 Abs. 1 LV her­vor­ge­ho­be­ne Gewähr­leis­tung der wirt­schaft­li­chen Frei­heit die Belan­ge der­je­ni­gen, die ihre Exis­tenz eigenverantwort­lich und ohne Inanspruch­nahme staat­li­cher Hil­fe sichern.
  3. Gestat­tet der Lan­des­ge­setz­ge­ber als Aus­nah­me vom Rauch­ver­bot in Gast­stät­ten das Rau­chen in abge­trenn­ten Neben­räu­men, kommt für die geträn­ke­gepräg­te Klein­gas­tro­no­mie in Ein-Raum-Gast­stät­ten, der die Ein­rich­tung abge­trenn­ter Rau­cher­be­rei­che nicht mög­lich ist, nur die Frei­stel­lung vom Rauch­verbot in Betracht.

Ver­fassungsgerichtshof Rhein­land-Pfalz, Urteil vom 30. Sep­tem­ber 2008- VGH B 31/​07 u.a.