Nut­zen und Gebrauch einer Visi­ten­kar­te

Jeder Auto­be­sit­zer hat schon ein­mal an sei­nem Fahr­zeug eine Visi­ten­kar­te mit dem Auf­druck "Kau­fe Ihr Auto" vor­ge­fun­den. Die­se Kar­ten wer­den in Mas­sen ver­teilt und stel­len eine uner­wünsch­te Wer­bung dar. In die­sem beson­de­ren Fall die­nen sie nicht als Aus­hän­ge­schild einer Fir­ma oder einer Pri­vat­per­son, son­dern gel­ten als Wer­bung in einem spe­zi­el­len For­mat.

Nut­zen und Gebrauch einer Visi­ten­kar­te

Wie bereits das Ober­lan­des­ge­richt Düs­sel­dorf im Jahr 2010 ent­schie­den hat, fällt die Ver­tei­lung von sol­chen Visi­ten­kar­ten auf einem öffent­li­chen Park­platz unter die geneh­mi­gungs­pflich­ti­ge Son­der­nut­zung und dient nicht dem Gemein­ge­brauch. Sobald geschäft­li­che Inter­es­sen über­wie­gen ist die Gren­ze der frei­en Nut­zung öffent­li­cher Stra­ßen über­schrit­ten. Jeder, der ohne eine Son­der­nut­zungs­ge­neh­mi­gung Visi­ten­kar­ten ver­teilt, muss mit einem Buß­geld­be­scheid der betref­fen­den Gemein­de rech­nen 1 .

Zwar sind Vis­ten­kar­ten im Geschäfts­le­ben all­täg­lich gewor­den, aber wer nach einem Unfall eine Vis­ten­kar­te mit Name und Anschrift am Fahr­zeug hin­ter­lässt und sich dann ent­fernt, nutzt sei­ne Visi­ten­kar­te nicht ord­nungs­ge­mäß: Denn es ist nicht aus­rei­chend, ledig­lich eine Visi­en­kar­te nach einem Unfall zu hin­ter­las­sen ohne die Poli­zei zu benach­rich­ti­gen oder auf den Fah­rer des beschä­dig­ten Fahr­zeugs zu war­ten. Es erfüllt den Tat­be­stand der Fah­rer­flucht 2 .

Auch wenn Visi­ten­kar­ten größ­ten­teils beim Erst­kon­takt (beson­ders im Geschäfts­le­ben) zum Ein­satz kom­men, kön­nen sie also nicht in allen Lebens­la­gen ein­ge­setzt wer­den. Neben Namen, Adres­se und Tele­fon­num­mer ent­hal­ten vor­al­lem geschäft­lich genutz­te Visi­ten­kar­ten den Namen des Unter­neh­mens mit ent­spre­chen­dem Logo als auch die Funk­ti­on der Per­son, von der die Kar­te über­reicht wird. Üblich ist inzwi­schen auch die Anga­be einer eMail-Adres­se und der Home­page des Unter­neh­mens gewor­den.

Zwar die­nen die Mit­tei­lun­gen auf der Visi­ten­kar­te auch als dis­kre­ter Hin­weis auf die eige­ne Stel­lung in der Fir­ma, sodass man durch­aus von einer dezen­ten beruf­li­chen Eigen­wer­bung spre­chen kann, aber eine markt­schreie­ri­sche Gestal­tung wird meis­tens als zu auf­dring­lich und nega­tiv emp­fun­den. Ziel und Zweck ist eine von Grund auf seriö­se Kurz­dar­stel­lung und kei­ne Wurf­zet­tel-Wer­bung im Mini­for­mat. Wer auf die­sem schma­len Grad der pro­fes­sio­nel­ölen Gestal­tung sei­ner Visi­ten­kar­te sicher wan­dert, erzielt genau den rich­ti­gen Effekt bei sei­nem Gegen­über.

  1. OLG Düs­sel­dorf, Beschlüs­se vom 12.07.2010 – IV-4RBs 25/​10 und IV-4Ws 57/​10 Owi[]
  2. LG Ham­burg, Urteil vom 18.07.2011 – 331 S 71/​10[]