Schu­le & Aus­bil­dung: Auch hier spielt das Urhe­ber­recht eine wich­ti­ge Rol­le

Ein span­nen­der Arti­kel für den Geschichts­un­ter­richt, eine anspruchs­vol­le Text­zei­le für den Fran­zö­sisch-Leis­tungs­kurs – alles kopiert und an die Schü­ler­schaft ver­teilt. Doch geht das ein­her mit dem gel­ten­den Urhe­ber­recht? Erfah­ren Sie im fol­gen­den Arti­kel mehr.
 

Schu­le <span class=& Aus­bil­dung: Auch hier spielt das Urhe­ber­recht eine wich­ti­ge Rol­le" title="Schule & Ausbildung: Auch hier spielt das Urheberrecht eine wichtige Rolle" loading="lazy" data-src="https://www.rechtslupe.de/wp-content/uploads/2019/01/table-2254656_1920-4.jpg" data-srcset="https://www.rechtslupe.de/wp-content/uploads/2019/01/table-2254656_1920-4.jpg 1920w, https://www.rechtslupe.de/wp-content/uploads/2019/01/table-2254656_1920-4-300x200.jpg 300w, https://www.rechtslupe.de/wp-content/uploads/2019/01/table-2254656_1920-4-768x512.jpg 768w, https://www.rechtslupe.de/wp-content/uploads/2019/01/table-2254656_1920-4-1024x683.jpg 1024w" data-sizes="(max-width: 880px) 100vw, 880px">

Die Schu­le – ein beson­de­rer Fall

Das Urhe­ber­recht gewährt Urhe­bern das Recht zu ent­schei­den, wer ihre Wer­ke ver­wer­ten darf und in wel­chem Umfang dies gesche­hen darf. Die Befug­nis zur Ver­wer­tung kann dabei ganz oder teil­wei­se an Drit­te abge­tra­gen wer­den. Grund­sätz­lich ist eine Ver­viel­fäl­ti­gung und Prä­sen­ta­ti­on von Mate­ri­al also nur dann zuläs­sig, wenn das Ein­ver­ständ­nis des Urhe­bers vor­liegt.

Im Fal­le einer Schu­le ist die Situa­ti­on jedoch nicht so ein­fach. Der Gesetz­ge­ber hat aner­kannt, dass die Situa­ti­on in nicht-gewerb­li­chen Aus- und Wei­ter­bil­dungs­ein­rich­tun­gen beson­ders zu bewer­ten und zu schüt­zen ist. Im Urhe­ber­recht sind daher soge­nann­te Geset­zes­schran­ken fest­ge­legt. Die­se sol­len es ermög­li­chen, not­wen­di­ges Mate­ri­al im Rah­men der Bil­dung auch ohne Ein­ver­ständ­nis der Rech­te­inha­ber zugän­gig zu machen. Kommt es hier­bei jedoch zu Unklar­hei­ten, soll­ten sich die Betrof­fe­nen an eine fach­kun­di­ge Bera­tung (wie zum Bei­spiel auf www.bbs-law.de) wen­den.

Kopie­ren – wie viel ist zu viel?

Zei­tungs­ar­ti­kel, wis­sen­schaft­li­che Abhand­lun­gen oder gar gan­ze Bücher – was darf im Unter­richt für die Schü­ler­schaft ver­viel­fäl­tigt und zur Ansicht und Bear­bei­tung ver­teilt wer­den?
Grund­sätz­lich gilt: Auch in der Schu­le dür­fen nicht, zumin­dest nicht ohne Geneh­mi­gung des Rech­te­inha­bers, unein­ge­schränkt Kopi­en erstellt und an die Schü­ler aus­ge­teilt wer­de. Für die täg­li­che Arbeit in der Schu­le bedeu­tet dies für die Leh­rer:

  • Klei­ne Tei­le eines Werks dür­fen foto­ko­piert bezie­hungs­wei­se aus­ge­druckt wer­den. Dabei geht der Gesetz­ge­ber von maxi­mal zehn Pro­zent eines Buchs oder einer ande­ren Ver­öf­fent­li­chung aus.
  • Ein gan­zes Buch darf nur aus­nahms­wei­se dann kopiert und ver­teilt wer­den, wenn das Werk seit min­des­tens zwei Jah­ren ver­grif­fen ist.

Das Unter­richts­ma­te­ri­al online stel­len

In den Uni­ver­si­tä­ten ist es bereits gang und gäbe: Vor­le­sungs­ma­te­ri­al wird online gestellt und die Stu­den­ten­schaft kann so die Vor­le­sung oder das Semi­nar vor- und nach­be­rei­ten. Auch an Schu­len gewinnt die­ses Vor­ge­hen immer mehr an Bedeu­tung – hier­bei müs­sen sich Leh­rer und Schul­lei­tung an die fol­gen­den Regeln hal­ten:

  • Nach dem Gesetz ist das Ver­öf­fent­li­chen klei­ner Tei­le eines Werks und ein­zel­ner Bei­trä­ge aus Zei­tun­gen oder Zeit­schrif­ten im Inter­net dann erlaubt, wenn sie der Ver­an­schau­li­chung des Unter­richts­in­halts die­nen.
  • Wer­den Inhal­te den Schü­lern und Schü­le­rin­nen über das Intra­net zugäng­lich gemacht, muss sicher­ge­stellt wer­den, dass die Publi­ka­tio­nen mit einem Pass­wort geschützt wer­den und nur für eine begrenz­te Anzahl von Schü­lern zugäng­lich sind.
  • Von den Leh­rern und Leh­re­rin­nen selbst erstell­tes Mate­ri­al (Foli­en, Arbeits­blät­ter und ähn­li­ches) darf selbst­ver­ständ­lich unein­ge­schränkt im Inter­net/​Intranet zugäng­lich gemacht wer­den.

Fil­me im Unter­richt

Unter der Schü­ler­schaft (und auch bei vie­len Leh­rern) sind sie aus­ge­spro­chen beliebt: Fil­me zur Ver­an­schau­li­chung des Lehr­in­halts. Ob dies ohne Zustim­mung des betrof­fe­nen Rech­te­inha­bers zuläs­sig ist, ist unge­klärt. In die­sem Fall müss­te näm­lich die Fra­ge beant­wor­tet wer­den, ob der Schul­un­ter­richt als öffent­lich oder nicht-öffent­lich zu bewer­ten ist. Ist er nicht-öffent­lich, wäre eine Wie­der­ga­be legal – sonst nicht. Da die­se Dis­kus­si­on jedoch noch nicht ein­deu­tig geklärt wur­de, besteht hier kei­ne abso­lu­te Rechts­si­cher­heit.