Sport­wet­ten­mo­no­pol – Dienst­leis­tungs­frei­heit – Amts­haf­tung

Ein berech­tig­tes Inter­es­se an der Fest­stel­lung der Rechts­wid­rig­keit einer erle­dig­ten glücks­spiel­recht­li­chen Unter­sa­gung wegen Ermes­sens­feh­lern ist nicht mit einem Prä­ju­di­zin­ter­es­se wegen der beab­sich­tig­ten Gel­tend­ma­chung von Amts­haf­tungs- oder uni­ons­recht­li­chen Staats­haf­tungs­an­sprü­chen zu begrün­den, wenn nicht aus­zu­schlie­ßen ist, dass die Unter­sa­gung auch bei feh­ler­frei­er Ermes­sens­aus­übung ergan­gen wäre 1.

Sport­wet­ten­mo­no­pol – Dienst­leis­tungs­frei­heit – Amts­haf­tung

Weder aus der Rechts­weg­ga­ran­tie des Art. 19 Abs. 4 GG noch aus der Gewähr­leis­tung eines wirk­sa­men Rechts­be­helfs nach Art. 47 GRC folgt ein Fort­set­zungs­fest­stel­lungs­in­ter­es­se bei jedem erle­dig­ten, tief­grei­fen­den Ein­griff in (benann­te) Grund­rech­te oder in uni­ons­recht­li­che Grund­frei­hei­ten. Ein sol­ches Inter­es­se kann nur bestehen, wenn die begehr­te Fest­stel­lung die Posi­ti­on des Klä­gers ver­bes­sern kann oder wenn Ein­grif­fe die­ser Art sich typi­scher­wei­se so kurz­fris­tig end­gül­tig erle­di­gen, dass sie sonst nicht gericht­lich in einem Haupt­sa­che­ver­fah­ren zu über­prü­fen wären 1.

Das unter dem Lot­te­rie­staats­ver­trag bestehen­de staat­li­che Sport­wet­ten­mo­no­pol im Frei­staat Bay­ern ver­letz­te im Zeit­raum bis zum 31. Dezem­ber 2007 die uni­ons­recht­li­che Nie­der­las­sungs- und Dienst­leis­tungs­frei­heit 2. In die­sem Zeit­raum durf­te die baye­ri­sche Mono­pol­re­ge­lung wegen des Uni­ons­rechts­ver­sto­ßes auch nicht über­gangs­wei­se ange­wen­det wer­den 2.

Eine wegen der Anwen­dung der rechts­wid­ri­gen Mono­pol­re­ge­lung ermes­sens­feh­ler­haf­te Unter­sa­gung uner­laub­ter Sport­wet­ten­ver­mitt­lung kann nicht rück­wir­kend durch ein Nach­schie­ben mono­pol­un­ab­hän­gi­ger Ermes­sens­er­wä­gun­gen geheilt wer­den 2.

Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt, Urteil vom 20. Juni 2013 – 8 C 39.12

  1. wie BVerwG, Urteil vom 16.05.2013 – 8 C 14.12[][]
  2. par­al­lel zu BVerwG, Urteil vom 20.06.2013 – 8 C 42.12[][][]