Steu­er­be­ra­ter­pflich­ten beim Grund­stücks­ver­kauf

Es gehört zu den Pflich­ten des Steu­er­be­ra­ters, auf Nach­fra­ge sei­nes Man­dan­ten, der die Absicht hat, ein vor Ablauf von zehn Jah­ren erwor­be­nes und zwi­schen­zeit­lich in das Betriebs­ver­mö­gen ein­ge­leg­tes, spä­ter aber wie­der ent­nom­me­nes Grund­stück zu ver­kau­fen, auf die unge­fäh­re Grö­ßen­ord­nung des dann anfal­len­den steu­er­pflich­ti­gen Gewinns hin­zu­wei­sen.

Steu­er­be­ra­ter­pflich­ten beim Grund­stücks­ver­kauf

Zweck der Steu­er­be­ra­tung ist es, dem Auf­trag­ge­ber feh­len­de Sach und Rechts­kun­de auf die­sem Gebiet zu erset­zen. Die pflicht­ge­mä­ße Steu­er­be­ra­tung ver­langt daher sach­ge­rech­te Hin­wei­se über die Art, die Grö­ße und die mög­li­che Höhe eines Steu­er­ri­si­kos, um den Auf­trag­ge­ber in die Lage zu ver­set­zen, eigen­ver­ant­wort­lich sei­ne Rech­te und sein Inter­es­se zu wah­ren und Fehl­ent­schei­dun­gen zu ver­mei­den [1]. Auf­grund der ihm erteil­ten Hin­wei­se muss der Man­dant in der Lage sein, die bestehen­den Risi­ken selbst abzu­wä­gen. Bei zwei­fel­haf­ter Rechts­la­ge hat der Steu­er­be­ra­ter sei­nem Man­dan­ten den rela­tiv sichers­ten Weg vor­zu­schla­gen, damit der Man­dant eine sach­ge­rech­te Ent­schei­dung tref­fen kann [2].

Ober­lan­des­ge­richt Cel­le, Beschluss vom 3. Febru­ar 2010 – 3 U 194/​09

  1. BGH, Urteil vom 15.11.2007 – IX ZR 34/​04 und stän­dig[]
  2. BGH, Urteil vom 29.03.2009 – IX ZR 214/​07 m. w. N.[]