Tabak­wer­bung und Mei­nungs­frei­heit

Das Wer­be­ver­bot für Tabak­erzeug­nis­se in der Pres­se oder in einer ande­ren gedruck­ten Ver­öf­fent­li­chung gemäß § 21a Abs.3 S.1 VTa­bakG ist ver­fas­sungs­kon­form aus­zu­le­gen. Es kann einem Tabak­un­ter­neh­men nicht gänz­lich ver­wehrt wer­den, im Rah­men der Mei­nungs­äu­ße­rungs­frei­heit durch eine Anzei­ge – hier in der Par­tei­zei­tung "Vor­wärts" – Image­wer­bung für sein Unter­neh­men als sol­ches betrei­ben zu dür­fen, selbst wenn die­se eine indi­rek­te Wer­be­wir­kung für sei­ne Erzeug­nis­se besitzt.

Tabak­wer­bung und Mei­nungs­frei­heit

Die Nen­nung der Mar­ken­na­men ein­zel­ner Tabak­erzeug­nis­se im Rah­men einer sol­chen Wer­bung ist jeden­falls dann nicht mehr von der Mei­nungs­äu­ße­rungs­frei­heit gedeckt, wenn zwi­schen dem Text der Anzei­ge und der Nen­nung der Mar­ken­na­men kein inhalt­li­cher Zusam­men­hang besteht und die Nen­nung räum­lich getrennt vom Text der Anzei­ge in einer Fuß­no­te erfolgt.

Han­sea­ti­sches Ober­lan­des­ge­richt Ham­burg, Urteil vom 19. August 2009 – 5 U 11/​08