Über­re­gio­na­ler Kran­ken­trans­port

Die Durch­füh­rung eines Kran­ken­trans­ports i.S. von § 2 Abs. 2 RettG NRW 1 durch einen pri­va­ten Unter­neh­mer stellt sowohl eine Wett­be­werbs­hand­lung nach § 2 Abs. 1 Nr. 1 UWG 2004 als auch eine geschäft­li­che Hand­lung nach § 2 Abs. 1 Nr. 1 UWG 2008 dar.

Über­re­gio­na­ler Kran­ken­trans­port

In dem sich aus §§ 18 ff. RettG NRW erge­ben­den Ver­bot, Not­fall­ret­tung oder Kran­ken­trans­por­te ohne Geneh­mi­gung zu betrei­ben, liegt eine Markt­ver­hal­tens­re­ge­lung zum Schutz der im Rah­men von Kran­ken­trans­por­ten zu beför­dern­den Per­so­nen.

Der Umstand, dass ein Unter­neh­mer nach einer lan­des­recht­li­chen Vor­schrift Kran­ken­trans­por­te auch dann durch­füh­ren darf, wenn allein der Ziel­ort im Ein­satz­be­reich sei­nes Kran­ken­wa­gens liegt, ändert nichts dar­an, dass der Unter­neh­mer bei einem in einem ande­ren Bun­des­land begin­nen­den Kran­ken­trans­port (auch) die dort gel­ten­den Geneh­mi­gungs­er­for­der­nis­se beach­ten muss. Die sich dar­aus erge­ben­de Rechts­wid­rig­keit des Ver­hal­tens kann aber die Annah­me eines Baga­tell­ver­sto­ßes i.S. von § 3 UWG 2004, § 3 Abs. 1 UWG 2008 recht­fer­ti­gen.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 15. Janu­ar 2009 – I ZR 141/​06

  1. Ret­tungs­ge­setz Nord­rhein-West­fa­len[]