Uner­wünsch­te Pflicht­ex­em­pla­re

Ein Ver­le­ger hat gegen die zustän­di­ge Biblio­thek kei­nen Anspruch auf Abnah­me sei­ner Druck­wer­ke als soge­nann­te Pflicht­ex­em­pla­re, ent­schied jetzt das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt Rhein­land-Pfalz in Koblenz.

Uner­wünsch­te Pflicht­ex­em­pla­re

Der Klä­ger des jetzt vom OVG Koblenz ent­schie­de­nen Rechts­streits repro­du­ziert Land­kar­ten und Stadt­plä­nen aus Böh­men, Mäh­ren und Schle­si­en. Er über­sand­te der Stadt­bi­blio­thek Trier Tei­le eines „Böh­men- und Mäh­ren­at­las“ sowie his­to­ri­sche Stadt­plä­ne im Rah­men der grund­sätz­lich bestehen­den Ver­pflich­tung von Ver­le­gern, der zustän­di­gen Büche­rei von jedem Buch ein Pflicht­ex­em­plar abzu­lie­fern. Zugleich bean­trag­te der Klä­ger einen Zuschuss für die Her­stel­lung der ange­bo­te­nen Druck­wer­ke in Höhe von rund 11.000,00 €. Die Stadt­bi­blio­thek lehn­te die Über­nah­me der Wer­ke und die Gewäh­rung eines Zuschus­ses aus finan­zi­el­len Grün­den ab. Die hier­ge­gen erho­be­ne Kla­ge wies das Ver­wal­tungs­ge­richt ab. Das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt bestä­tig­te die­se Ent­schei­dung.

Zwar sei­en Ver­le­ger grund­sätz­lich ver­pflich­tet, von jedem Druck­werk ein Exem­plar an die zustän­di­ge Biblio­thek abzu­ge­ben. Außer­dem könn­ten sie für die Ablie­fe­rung von Druck­wer­ken, die in nied­ri­ger Auf­la­ge her­ge­stellt wür­den, einen Zuschuss zu den Her­stel­lungs­kos­ten erhal­ten. Aller­dings habe der Klä­ger kei­nen Anspruch auf Ent­ge­gen­nah­me der von ihm ver­leg­ten Wer­ke. Die Ablie­fe­rungs­pflicht die­ne allein dem öffent­li­chen Zweck, alle inner­halb des Lan­des erschie­nen Druck­wer­ke voll­stän­dig zu sam­meln. Pri­va­te Inter­es­sen des Klä­gers wür­den hier­durch nicht geschützt.

Ober­ver­wal­tungs­ge­richt Rhein­land-Pfalz, Urteil vom 5. Okto­ber 2009 – 2 A 10243/​09.OVG