Ver­ga­be­kon­trol­le unter­halb der Schwel­len­wer­te

Das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt hat die Zustän­dig­keit der Ver­wal­tungs­ge­richt für Kon­trol­le der Ver­ga­be von Auf­trä­gen unter­halb der Schwel­len­wer­te des Geset­zes gegen Wett­be­werbs­be­schrän­kun­gen ver­neint. Die­se Ver­fah­ren sei­en, so das BVerwG, vor den Gerich­ten der ordent­li­chen Gerichts­bar­keit zu füh­ren.

Ver­ga­be­kon­trol­le unter­halb der Schwel­len­wer­te

Öffent­li­che Auf­trag­ge­ber beschaf­fen Waren, Bau- und Dienst­leis­tun­gen im Wett­be­werb und im Wege offe­ner Ver­ga­be­ver­fah­ren. Für Auf­trä­ge, die bestimm­te, durch Ver­ord­nung fest­ge­leg­te Schwel­len­wer­te errei­chen oder über­schrei­ten (die­se betra­gen z.B. für Bau­auf­trä­ge zur­zeit 5 Mil­lio­nen ?), ist im Gesetz gegen Wett­be­werbs­be­schrän­kun­gen eine Nach­prü­fung der Ver­ga­be­pra­xis durch Ver­ga­be­kam­mern und auf sofor­ti­ge Beschwer­de hin durch das für die Ver­ga­be­kam­mer zustän­di­ge Ober­lan­des­ge­richt im ordent­li­chen Rechts­weg vor­ge­se­hen.

In letz­ter Zeit war strei­tig gewor­den, in wel­chem Rechts­weg die Ver­ga­be von Auf­trä­gen unter­halb der Schwel­len­wer­te über­prüft wer­den kann. In einem Ver­ga­be­rechts­streit hat­ten die ange­ru­fe­nen Ver­wal­tungs­ge­rich­te den Rechts­weg zu den Ver­wal­tungs­ge­rich­ten für gege­ben erach­tet. Das schließ­lich als letzt­in­stanz­li­ches Gericht ange­ru­fe­ne Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt in Leip­zig hat ent­schie­den, dass auch für die gericht­li­che Kon­trol­le der Ver­ga­be von so genann­ten unter­schwel­li­gen Auf­trä­gen die ordent­li­chen Gerich­te zustän­dig sind. Tra­gend für die Ent­schei­dung ist der Umstand, dass auch öffent­li­che Auf­trag­ge­ber bei der Ver­ga­be von Auf­trä­gen unbe­scha­det ihrer öffent­lich-recht­li­chen Bin­dun­gen wie jeder ande­re Auf­trag­ge­ber als Nach­fra­ger am Markt auf­tre­ten. Die öffent­li­che Hand bewegt sich bei der Ver­ga­be öffent­li­cher Auf­trä­ge in aller Regel auf dem Boden des Pri­vat­rechts, so dass für Strei­tig­kei­ten über die hier­bei vor­zu­neh­men­de Aus­wahl unter den Bie­tern nicht der Ver­wal­tungs­rechts­weg, son­dern der Rechts­weg zu den ordent­li­chen Gerich­ten gege­ben ist.

Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt, Beschluss vom 2. Mai 2007 – 6 B 10.07