Vino friz­zan­te IGT – frisch aus deut­schem Ver­schnitt

Auch nach Inkraft­tre­ten der neu­en euro­pa­recht­li­chen Rege­lun­gen im Wein­recht zum August 2009 darf der­zeit Perl­wein aus ita­lie­ni­schen IGT-Wei­nen in Deutsch­land her­ge­stellt und als Vino friz­zan­te IGT in Ver­kehr gebracht wer­den, urteil­te jetzt das Ver­wal­tungs­ge­richt Trier und gab damit der Kla­ge einer in Trier ansäs­si­gen Fir­ma Recht, die in Ita­li­en Tafel­wein unter­schied­li­cher Reb­sor­ten und Her­kunft mit der Anga­be IGT gekauft hat, um die­se in Deutsch­land zu ver­schnei­den, zu ver­per­len und als Vino friz­zan­te IGT in Ver­kehr zu brin­gen.

Vino friz­zan­te IGT – frisch aus deut­schem Ver­schnitt

Bei den ita­lie­ni­schen IGT-Wei­nen – Indi­ca­zio­ne Geo­gra­fi­ca Tipi­ca – han­delt es um einen Land­wein, der als ita­lie­ni­sche Ver­si­on des erfolg­rei­chen fran­zö­si­schen Vin de Pays gedacht ist.

Das beklag­te Land Rhein­land-Pfalz woll­te dies im Wesent­li­chen mit der Begrün­dung zu unter­sa­gen, dass der Ver­schnitt und das Ver­per­len ver­schie­de­ner IGT Wei­ne nur in dem jewei­li­gen geo­gra­fi­schen Gebiet erfol­gen dür­fe.

Die­ser Auf­fas­sung woll­te sich das Ver­wal­tungs­ge­richt Trier aber nicht anschlie­ßen: Zwar tref­fe es zu, so die Trie­rer Rich­ter, dass ein eine geo­gra­fi­sche Anga­be tra­gen­der Perl­wein nach dem nun­mehr gel­ten­den Recht – anders als nach der frü­he­ren Rechts­la­ge [1] – grund­sätz­lich nur noch in dem betref­fen­den Wein­bau­ge­biet her­ge­stellt wer­den dür­fe. Dies gel­te jedoch nicht, wenn eine der gesetz­lich vor­ge­se­he­nen Aus­nah­men ein­grei­fe, was vor­lie­gend der Fall sei:

Nach der EG Ver­ord­nung Nr. 607/​2009 dürf­ten Wei­ne mit geschütz­ter geo­gra­fi­scher Anga­be bis zum 31. Dezem­ber 2012 auch in einem nicht unmit­tel­bar benach­bar­ten Gebiet wei­ter­hin zu Wein oder aber auch Perl­wein ver­ar­bei­tet wer­den, wenn das Recht des jewei­li­gen Anbau­ge­biets dies zulas­se. Inso­weit rege­le ein ita­lie­ni­sches Dekret, dass IGT Wei­ne bis zum 31. Dezem­ber 2012 auch außer­halb des geo­gra­fi­schen Gebiets ver­ar­bei­tet wer­den dürf­ten, sodass das Vor­ge­hen der Klä­ge­rin jeden­falls der­zeit recht­lich zuläs­sig sei.

Ver­wal­tungs­ge­richt Trier, Urteil vom 27. Okto­ber 2010 – 5 K 557/​10.TR

  1. vgl. VG Trier, Urteils vom 23.04.2009 – 5 K 826/​08.TR[]