Wett­be­werbs­ver­stoß – und die Haf­tung des Gesell­schaf­ters

Ist ein Unter­las­sungs­an­spruch gegen eine Gesell­schaft begrün­det, so haf­tet der ein­zel­ne Gesell­schaf­ter nicht schon auf Grund sei­ner Gesell­schaf­ter­stel­lung auf Unter­las­sung.

Wett­be­werbs­ver­stoß – und die Haf­tung des Gesell­schaf­ters

Nicht erheb­lich ist dabei, ob die Gesell­schaft als Gesell­schaft bür­ger­li­chen Rechts oder was ange­sichts des geschäft­li­chen Umfangs nahe liegt als offe­ne Han­dels­ge­sell­schaft zu qua­li­fi­zie­ren ist, vgl. § 1 Absatz 2 HGB. § 128 HGB fin­det auf den Unter­las­sungs­an­spruch nach § 8 Absatz 1 UWG kei­ne (ana­lo­ge) Anwen­dung 1.

Der Gesell­schaf­ter haf­tet nur, wenn er selbst den Wett­be­werbs­ver­stoß began­gen oder ihn pflicht­wid­rig nicht ver­hin­dert hat oder wenn er Teil­neh­mer im Sin­ne von § 830 Absatz 2 BGB ist 2.

Eine Haf­tung kann in einem sol­chen Fall auch nicht damit begrün­det wer­den, dass die übri­gen Gesell­schaf­ter hin­sicht­lich derer die Ver­fü­gungs­klä­ge­rin nicht dar­ge­legt und glaub­haft gemacht hat, dass sie die Anbrin­gung der vier Fir­men­schil­der selbst vor­ge­nom­men oder beauf­tragt hät­ten nicht die Wett­be­werbs­ver­stö­ße unter­bun­den haben. Eine per­sön­li­che Haf­tung setzt vor­aus, dass eine ent­spre­chen­de Garan­ten­pflicht gegen­über dem außen­ste­hen­den Drit­ten bestand, der aus der Ver­let­zung der Pflicht zur Erfolgs­ab­wen­dung Ansprü­che her­lei­tet 3.

Ober­lan­des­ge­richt Stutt­gart, Urteil vom 5. Juli 2018 – 2 U 167/​17

  1. BGH, Urteil vom 03.11.2005 – I ZR 311/​02 22[]
  2. Köhler/​Feddersen in: Köhler/​Bornkamm/​Feddersen, Kom­men­tar zum UWG, 36. Aufl.2018, § 8 UWG Rn.02.21; BGH, Urteil vom 26.09.1985 – I ZR 86/​83 26 Sport­ho­sen[]
  3. grund­le­gend BGH, Urteil vom 18.06.2014 – I ZR 242/​12 16/​17 Geschäfts­füh­rer­haf­tung[]