Anhän­ger­kupp­lung und die Del­le am eige­nen PKW

Ein Unfall, für den eine Ver­si­che­rung haf­tet, ist ein unmit­tel­bar von außen her plötz­lich mit mecha­ni­scher Gewalt ein­wir­ken­des Ereig­nis. Ver­hakt sich beim Rück­wärts­fah­ren die Anhän­ger­kupp­lung eines Autos, ist die Unfall­ur­sa­che nicht von außen gekom­men und die Ver­si­che­rung muss nicht zah­len.

Anhän­ger­kupp­lung und die Del­le am eige­nen PKW

Mit die­ser Begrün­dung hat das Amts­ge­richt Mün­chen die Kla­ge eines Auto­fah­rers abge­wie­sen, der von sei­ner Voll­kas­ko­ver­si­che­rung einen Scha­den ersetzt haben woll­te. Im Juni 2010 brach­te der Eigen­tü­mer eines VW Pas­sats an die­sen einen Anhän­ger an und fuhr mit Auto und Anhän­ger rück­wärts. Dabei ver­hak­te sich die Anhän­ger­kupp­lung seit­wärts. Der Anhän­ger schlug am rech­ten hin­te­ren Kot­flü­gel neben dem Tank­de­ckel des Pkws auf und hin­ter­ließ dort eine Del­le von ca. 20 cm Durch­mes­ser. Der Auto­fah­rer mel­de­te den Scha­den, Repa­ra­tur­kos­ten und Kos­ten für den Kos­ten­vor­anschlag, in Höhe von 1319 Euro sei­ner Ver­si­che­rung, bei der er den Wagen voll­kas­ko­ver­si­chert hat­te. Die­se wei­ger­te sich aber zu bezah­len. Schließ­lich läge kein Unfall vor. Der Auto­fah­rer habe die Scha­dens­ur­sa­che selbst gesetzt. Dar­auf hin erhob die­ser Kla­ge vor dem Amts­ge­richt Mün­chen.

In sei­ner Urteils­be­grün­dung hat das Amts­ge­richt Mün­chen deut­lich geäu­ßert, dass nach den Ver­si­che­rungs­be­din­gun­gen die Ver­si­che­rung bei Unfäl­len haf­te. Ein Unfall sei nach dem Ver­si­che­rungs­ver­trag ein unmit­tel­bar von außen her plötz­lich mit mecha­ni­scher Gewalt ein­wir­ken­des Ereig­nis.

Hier habe der Fah­rer des VW Pas­sats die Unfall­ur­sa­che selbst gesetzt. Er habe beim Rück­wärts­fah­ren nicht auf­ge­passt, wodurch sich sei­ne Anhän­ger­kupp­lung ver­hakt habe. Die Unfall­ur­sa­che sei daher nicht von außen gekom­men, son­dern beru­he auf einem Bedie­nungs­feh­ler.

Die Ver­si­che­rung müs­se daher nicht zah­len.

Amts­ge­richt Mün­chen, Urteil vom 7. Sep­tem­ber 2012 – 343 C 11207/​11