Aus­le­gung all­ge­mei­ner Geschäftsbedingungen

All­ge­mei­ne Geschäfts­be­din­gun­gen sind nach ihrem objek­ti­ven Inhalt und typi­schen Sinn ein­heit­lich so aus­zu­le­gen, wie sie von ver­stän­di­gen und red­li­chen Ver­trags­part­nern unter Abwä­gung der Inter­es­sen der nor­ma­ler­wei­se betei­lig­ten Krei­se ver­stan­den werden.

Aus­le­gung all­ge­mei­ner Geschäftsbedingungen

Dabei sind die Vor­stel­lun­gen und Ver­ständ­nis­mög­lich­kei­ten eines durch­schnitt­li­chen, recht­lich nicht vor­ge­bil­de­ten Ver­trags­part­ners des Ver­wen­ders zugrun­de zu legen [1].

Ansatz­punkt für die bei einer For­mu­lar­klau­sel gebo­te­ne objek­ti­ve, nicht am Wil­len der kon­kre­ten Ver­trags­part­ner zu ori­en­tie­ren­de Aus­le­gung ist dabei in ers­ter Linie ihr Wort­laut [2]. Ver­ständ­nis­mög­lich­kei­ten, die theo­re­tisch denk­bar, prak­tisch aber fern­lie­gend sind und nicht ernst­lich in Betracht kom­men, blei­ben außer Betracht [3].

Die Aus­le­gung inlän­di­scher All­ge­mei­ner Geschäfts­be­din­gun­gen ist in der Revi­si­ons­in­stanz unein­ge­schränkt nach­prüf­bar [4].

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 5. Novem­ber 2020 – III ZR 156/​19

  1. stRspr; zB BGH, Urteil vom 19.04.2018 – III ZR 255/​17, NJW 2018, 2117 Rn. 18 mwN[]
  2. BGH aaO mwN[]
  3. zB BGH, Urteil vom 05.05.2010 – III ZR 209/​09, BGHZ 185, 310 Rn. 14 mwN[]
  4. st Rspr; zB BGH, Urtei­le vom 09.06.2010 – VIII ZR 294/​09, NJW 2010, 2877 Rn. 11; und vom 13.11.2012 – XI ZR 500/​11, NJW 2013, 995 Rn. 15; Palandt/​Grüneberg, BGB, 79. Aufl., § 305c Rn.20; jew. mwN[]