Beru­fung durch Par­tei und Streit­hel­fer

Der Grund­satz, dass es sich auch bei eigen­stän­di­ger Rechts­mit­tel­ein­le­gung durch Haupt­par­tei und Streit­hel­fer nur um ein ein­heit­li­ches Rechts­mit­tel han­delt, gilt nicht bei der streit­ge­nös­si­schen Neben­in­ter­ven­ti­on nach § 69 ZPO, bei der der Streit­hel­fer unab­hän­gig und selbst in Wider­spruch zur Haupt­par­tei Rechts­mit­tel ein­le­gen kann 1.

Beru­fung durch Par­tei und Streit­hel­fer

So auch in dem hier vom Bun­des­ge­richts­hof ent­schie­de­nen Fall: Die Neben­in­ter­ve­ni­en­tin ist als Aktio­nä­rin der Beklag­ten durch ihren Bei­tritt in dem Anfech­tungs­rechts­streit gegen die Beklag­te nach der stän­di­gen Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs im Hin­blick auf die aus § 248 Abs. 1 Satz 1 AktG ableit­ba­re Rechts­kraf­ter­stre­ckung und Gestal­tungs­wir­kung eines statt­ge­ben­den Anfech­tungs­ur­teils als streit­ge­nös­si­sche Neben­in­ter­ve­ni­en­tin im Sin­ne der §§ 66, 69 ZPO anzu­se­hen 2.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 21. Mai 2019 – II ZB 4/​18

  1. BGH, Urteil vom 30.04.2001 – II ZR 328/​00, ZIP 2001, 1734, 1735 mwN; Beschluss vom 31.03.2008 – II ZB 4/​07, ZIP 2008, 942 Rn. 8[]
  2. BGH, Beschluss vom 23.04.2007 – II ZB 29/​05, BGHZ 172, 136 Rn. 9 mwN[]