Bezeich­nung des Dritt­schuld­ners – und die Ver­tre­tungs­an­ga­ben

Die Bezeich­nung einer in Baden-Würt­tem­berg ansäs­si­gen Dritt­schuld­ne­rin als „Spar­kas­se Schwarz­wald-Baar, Ger­ber­stra­ße 45, 78050 Vil­lin­gen-Schwen­nin­gen“ ist hin­rei­chend bestimmt. Es bedarf auch für die Zustel­lung des Pfän­dungs­be­schlus­ses kei­ner Anga­ben über das zur Ver­tre­tung berech­tig­te Organ und die Mit­glie­der des Ver­tre­tungs­or­gans.

Bezeich­nung des Dritt­schuld­ners – und die Ver­tre­tungs­an­ga­ben

Für die Wirk­sam­keit des Pfän­dungs­be­schlus­ses ist die ein­deu­ti­ge Bezeich­nung des Dritt­schuld­ners not­wen­dig, um für die am Voll­stre­ckungs­ver­fah­ren Betei­lig­ten und den Rechts­ver­kehr klar­zu­stel­len, wel­ches Recht Gegen­stand der Pfän­dung ist. Es muss des­halb aus dem Pfän­dungs­be­schluss zwei­fels­frei ersicht­lich sein, gegen wen dem Schuld­ner die gepfän­de­te For­de­rung zusteht [1]. Die­sen Anfor­de­run­gen genügt der Antrag der Gläu­bi­ge­rin, der die Dritt­schuld­ne­rin als „Spar­kas­se Schwarz­wald-Baar“ bezeich­net.

Soweit das Land­ge­richt Kon­stanz [2] meint, die­se Bezeich­nung sei unzu­rei­chend, weil die Rechts­form der „Spar­kas­se Schwarz­wald-Baar“ nicht mit­ge­teilt wer­de, ist das unzu­tref­fend. Nach dem Spar­kas­sen­ge­setz (SpG) für Baden-Würt­tem­berg [3] sind Spar­kas­sen in Baden-Würt­tem­berg rechts­fä­hi­ge Anstal­ten des öffent­li­chen Rechts (§ 1 SpG/​BW). Es ergibt sich damit aus dem Gesetz, dass die Dritt­schuld­ne­rin als Spar­kas­se Trä­ge­rin von Rech­ten und Pflich­ten ist. Die Bezeich­nung „Spar­kas­se“ ist des­halb in Baden-Würt­tem­berg die Bezeich­nung für eine Rechts­form, ohne dass es eines Zusat­zes bedürf­te.

Eben­so wenig ist es für die hin­rei­chen­de Bezeich­nung der Dritt­schuld­ne­rin erfor­der­lich, die zur Ver­tre­tung berech­tig­ten Per­so­nen anzu­ge­ben, da die­se für die Iden­ti­tät einer (juris­ti­schen) Per­son uner­heb­lich sind.

Die Anga­be des zur Ver­tre­tung berech­tig­ten Organs der Dritt­schuld­ne­rin und die Bezeich­nung der zur Ver­tre­tung berech­tig­ten Mit­glie­der des Organs sind auch nicht erfor­der­lich, um mit der vom Gläu­bi­ger zu ver­an­las­sen­den Zustel­lung des Pfän­dungs­be­schlus­ses an die Dritt­schuld­ne­rin die Pfän­dung zu bewir­ken (§ 829 Abs. 2 Satz 1, § 829 Abs. 3 ZPO).

Nach §§ 191, 182 Abs. 2 Nr. 1 ZPO muss die Zustel­lungs­ur­kun­de die Bezeich­nung der Per­son ent­hal­ten, an die zuge­stellt wer­den soll. Bei einer juris­ti­schen Per­son wie der Dritt­schuld­ne­rin ist das ihr gesetz­li­cher Ver­tre­ter. Das ist nach § 23 Abs. 1 Satz 1, 2 SpG/​BW der Vor­stand für die Geschäf­te der Spar­kas­se. Nach der Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs genügt es aber, wenn bei einer Zustel­lung an den gesetz­li­chen Ver­tre­ter einer juris­ti­schen Per­son in deren Geschäfts­lo­kal aus­schließ­lich die Gesell­schaft in der Zustel­lungs­ur­kun­de bezeich­net wird. Es bedarf weder einer Bezeich­nung des zur Ver­tre­tung berech­tig­ten Organs noch der Mit­glie­der des Organs [4].

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 2. Dezem­ber 2015 – VII ZB 36/​13

  1. vgl. BGH, Beschluss vom 04.10.2005 – VII ZB 8/​05, NJW-RR 2006, 425 Rn. 8; Urteil vom 09.07.1987 – IX ZR 165/​86, WM 1987, 1311, 1312 16; Jur­ge­leit, Die Haf­tung des Dritt­schuld­ners, 2. Aufl., Rn.20[]
  2. LG Kon­stanz, Beschluss vom 08.08.2013 – 62 T 65/​12 A; eben­so AG Vil­lin­gen-Schwen­nin­gen, Beschluss vom 04.06.2012 – 25 M 2685/​12[]
  3. in der Fas­sung der Bekannt­ma­chung vom 19.07.2005, GBl.2005, S. 587[]
  4. BGH, Urtei­le vom 04.02.1997 – VI ZR 306/​95, BGHZ 134, 343, 352 25, für juris­ti­sche Per­so­nen des öffent­li­chen Rechts; vom 22.05.1989 – II ZR 206/​88, BGHZ 107, 297, 299 6, für eine Akti­en­ge­sell­schaft; Stein/​Jonas/​Roth, ZPO, 22. Aufl., § 182 Rn. 5[]