Däni­sches Feri­en­haus

Für Strei­tig­kei­ten über ein däni­sches Feri­en­haus sind nicht die deut­schen, son­dern die däni­schen Gerich­te inter­na­tio­nal zustän­dig.

Däni­sches Feri­en­haus

Gemäß Art. 1 III EuGV­VO ist die­se EU-Ver­ord­nung auf Däne­mark nicht anwend­bar, so dass im Ver­hält­nis zu Däne­mark das EuGVÜ als Vor­gän­ger­über­ein­kom­men anwend­bar bleibt.

Bezieht sich ein Rechts­streit zwar nicht auf ein ding­li­ches Recht an einer unbe­weg­li­chen Sache, son­dern auf die Mie­te einer sol­chen, so fällt unter Arti­kel 16 Num­mer 1 des Über­ein­kom­mens jeder Rechts­streit, der die Rech­te und Pflich­ten aus die­sem Ver­trag, unab­hän­gig davon, ob die Kla­ge auf ein ding­li­ches oder ein per­sön­li­ches Recht gestützt wird 1; die Gerich­te des Bele­gen­heits­orts des gemie­te­ten Feri­en­hau­ses sind inter­na­tio­nal zustän­dig.

Die Anmie­tung eines Feri­en­hau­ses hat den Cha­rak­ter eines Miet­ver­tra­ges und nicht den eines Rei­se­ver­tra­ges, weil kein Bün­del von Rei­se­leis­tun­gen ver­spro­chen wur­den. Für die Annah­me eines Rei­se­ver­trags hät­ten noch ande­re Rei­se­leis­tun­gen, wie zum Bei­spiel die Beför­de­rung zum Feri­en­ziel oder die Orga­ni­sa­ti­on wei­te­rer Feri­en­leis­tun­gen, ver­spro­chen wer­den müs­sen 2.

Die Ver­ein­ba­rung sog. Annex­pflich­ten wie der Abschluss einer Rei­se­rück­tritts- und eine Insol­venz­schutz­ver­si­che­rung die Benen­nung eines Ortes für die Schlüs­sel­über­ga­be und die Zusen­dung einer Anfahrts­be­schrei­bung, Bereit­stel­lung einer ört­li­chen Beschwer­de­stel­le und die Bereit­stel­lung von Inven­tar für das Feri­en­haus füh­ren nicht zum Vor­lie­gen eines gemisch­ten Ver­tra­ges 3.

Für die Annah­me einer Gerichts­stands­ver­ein­ba­rung im Sin­ne des Art. 17 EuGVÜ genügt nicht, wenn die dem Miet­ver­trag zugrun­de geleg­ten ABGs Nor­men des deut­schen Rechts auf­füh­ren. Zudem regelt Art. 17 Abs.4 EuGVÜ aus­drück­lich, dass Gerichts­stands­ver­ein­ba­run­gen und ent­spre­chen­de Bestim­mun­gen in trust-Bedin­gun­gen kei­ne recht­li­che Wir­kung haben, wenn sie den Vor­schrif­ten der Art. 12 oder 15 zuwi­der­lau­fen oder wenn die Gerich­te, deren Zustän­dig­keit abbe­dun­gen wird, auf Grund des Art. 16 aus­schließ­lich zustän­dig sind.

Amts­ge­richt Mann­heim, Urteil vom 9. Juli 2010 – 3 C 96/​10

  1. EuGH, Urteil vom 27.01.2000 – C‑8/​98, m.w.N.[]
  2. vgl. z.B. EuGH, Urteil vom 26.02.1993, C‑280/​90[]
  3. EuGH, Urteil vom 27.1.2000, C 8/​98 Rdnr. 34, 35[]

Kommentar hinterlassen

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.