Das aus­sichts­lo­se Rechts­mit­tel – und die Beleh­rungs­pflicht des Anwalts

Die mit Erhe­bung einer Kla­ge ver­bun­de­nen Risi­ken muss der Anwalt nicht nur benen­nen, son­dern auch deren Aus­maß abschät­zen. Ist eine Kla­ge prak­tisch aus­sichts­los, muss der Anwalt dies klar her­aus­stel­len und darf sich nicht mit dem Hin­weis begnü­gen, die Erfolgs­aus­sich­ten sei­en offen 1.

Das aus­sichts­lo­se Rechts­mit­tel – und die Beleh­rungs­pflicht des Anwalts

Die­se Grund­sät­ze gel­ten auch für den Rechts­mit­tel­an­walt 2.

Nach der höchst­rich­ter­li­chen Recht­spre­chung darf sich der Rechts­an­walt nicht damit begnü­gen, eine Pflicht­ver­let­zung zu bestrei­ten oder ganz all­ge­mein zu behaup­ten, er habe den Man­dant aus­rei­chend unter­rich­tet. Viel­mehr muss er den Gang der Bespre­chung im Ein­zel­nen schil­dern, ins­be­son­de­re kon­kre­te Anga­ben dazu machen, wel­che Beleh­run­gen und Rat­schlä­ge er erteilt und wie dar­auf der Man­dant reagiert hat 3.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 9. Okto­ber 2014 – IX ZR 144/​13

  1. BGH, Urteil vom 13.03.1997 – IX ZR 81/​96, WM 1997, 1392, 1393; vom 29.04.2003 – IX ZR 54/​02, WM 2003, 1628, 1629; vom 23.02.2012 – IX ZR 92/​08, WM 2012, 758 Rn. 11; vom 10.05.2012 – IX ZR 125/​10, BGHZ 193, 193 Rn. 22[]
  2. vgl. BGH, Urteil vom 26.09.2013 – IX ZR 51/​13, WM 2014, 89 Rn. 11[]
  3. BGH, Urteil vom 01.03.2007 – IX ZR 261/​03, BGHZ 171, 261 Rn. 12; vom 09.06.2011 – IX ZR 75/​10, WM 2011, 1484 Rn. 10[]